RPC 2007 – Erfahrungsbericht über die Role Play Convention

24. April 2007 at 16:21 (Con-Berichte, Rollenspiel, Tabletop, Videogames)

So… endlich mal Zeit mich zum RPC zu äußern. Ich war Samstag den ganzen Tag da und habe auch abends die Party mitgenommen… vor allem da unser Fahrer da hin wollte. ;) Zu dem örtlichen LARP-Angebot äußere ich mich mal nicht, da ich davon nichst verstehe.

Aufbau

Erster Eindruck beim Betreten der Halle: Wow, das Teil ist groß… groß und dunkel. Aus Gründen der Atmosphäre hatten die Veranstalter beschlossen, die Beleuchtung sehr gedämpft zu halten. Und wenn man mit Ausstellern sprach, dann zeigten sie sich darüber weder informiert, noch erfreut. Beim Durchwandern der Halle fiel dann zunächst mal die Durchmischung von Händlern, Verlagen, LARPern, Videospielern und Rollenspielern auf. Eine bunte Mischung eben, ganz im Sinne der Veranstaltung. Die Navigation durch die Hallen war aber eine Katastrophe. Selbst am Abend konnte man noch Besucher treffen, die hilfesuchend durch Gänge wanderten und auf der Suche nach diesem oder jenem waren. Ich z.B. habe erst nach einiger Zeit das Schwarze Brett für die Rollenspielrunden gefunden, welches den ganzen Con über auch eher stiefmütterlich genutzt wurde. Der am schwierigsten zu findende Bereich war aber zu erreichen, indem man die Treppen neben diesem Schwarzen Brett nach oben stieg. Unten hing nur ein Flyer für ein Yu-Gi-Oh-Turnier, doch wenn man auf der oberen Etage durch eine Tür schritt und den Gang weiter nach hinten durchschritt, so fand man das DSA-LARP-Projekt samt aufgebauten Dungeon und eine beängstigend lange und vor allem leere Anreihung von Spieltischen, die niemand nutze. In der Halle des Mittelaltermarktes war die Beleuchtung nicht nur schlechter, sondern auch rot, so dass man kaum noch was erkennen konnte. Zudem ist die Atmosphäre auf einem Mittelaltermarkt in einer Halle wirklich nicht überzeugend. Richtig zerstört wurde die Atmo aber durch die dortige Bühne mit Projektorfläche für diverse Videospielveranstaltungen zu Guild Wars und Warcraft. Die dortigen Moderatoren verwendeten das bizarre Kauderwelch der Pro-Gamer, eine abstruse Mischung aus englischen und deutschen Begriffen, sowie einer Vielzahl an Abkürzungen. Beispiel? „Creep Kill im Loser Bracket!“… da flieht jeder, der nicht täglich Giga schaut. Als ob dies aber noch nicht reichen würde, fanden alle Lesungen und Seminare in der gleichen Halle statt. Am anderen Ende der Halle waren ein paar Reihen mit Stühlen aufgestellt, wo sich dann der aktuelle Seminarleiter mit einem Mikro gegen die Geräuschkulisse der Videospieler und die Lichtverhältnisse der Halle anstrengend konnte.

Tischrollenspiel

Hier sah es eher mau aus. Feder & Schwert waren mit einem ziemlich großen Stand vertreten und gaben einige Einführungsrunden für D&D und Warhammer. Gerade Warhammer war da wohl eine gute Wahl, denn so konnte man sicherlich den ein oder anderen Interessierten an Warhammer Online abgrasen, dem die Warteschlange für ein Testspiel zu lang war (die Schlange war wirklich den ganzen Samstag über gut gefüllt). Arcane Codex war auch mit einem Stand vertreten, allerdings ganz in der hinteren Ecke versteckt, direkt neben der Zeichnergalerie (Foto). Die Zeichner sind irgendwann aus Langweile abgehauen oder haben sich mit den AC-Leuten unterhalten, da sie einfach zu weit abseits vom Rest lagerten. Trotz der Lage zeigten sich die Verantwortlichen von NackterStahl Samstag abend hochzufrieden mit der Veranstaltung. Die Grundregelwerke waren insgesamt abends bis auf 20 oder so ausverkauft und mit der leicht überarbeiteten 2nd Edition kann man 2007 zur Spielmesse rechnen. Da ich selbst einige Zeit am Stand verbrachte, konnte ich mich von den Synergieeffekten der Con überzeugen. Einige Jugendliche, die wegen der Videospiele gekommen waren und Tischrollenspiele nur vom Hörensagen her kannten, zeigten sich sehr interessiert, und das nicht nur vom Konzept. Da sich einige der Interessierten auch zu einer kurzen Einführung ins Spiel überreden ließen, konnte man so sogar einige Neukunden heranziehen. AC braucht dafür aber noch ein passendes Kickstart-Set, oder eine vorbereitete 30-Minuten-Runde, wie sie die Indie-Spiele so hervorragend vorgemacht haben. Cthulhu und die Blutschwerter hatten so etwas ja auch mit der Aktion Abenteuer durchgeführt, wobei ich über deren Erfolg nicht unterrichtet bin. Die Mephisto samt Degenesis und ihre Hauszeichner Klaus Scherwinski und Tobias Mannewitz waren auch vor Ort, aber auch irgendwie versteckt und abseits. Pegasus waren auch flächenmäßig stark vertreten, nutze dies aber soweit ich das überblicken konnte, nur für Verkaufsstände und zig Tische für Kartenspiele.

Die dickste Neuheit auf dem RPC war aber die Quasi-Pleite von Fanpro. Werner Fuchs, der Geschäftsführer von Fanpro, hat den Rollenspielteil verkauft, wobei der F-Shop und die Romansparte aber bei ihm verbleiben. DSA geht zu Ulisses, welche bereits (zusammen mit Univeral Cards) den Vertrieb für Fanpro übernommen hatten und bereits auch Myranor weiterführen. Der Verbleib von Shadowrun und Battletech scheint dagegen momentan weit weniger klar zu sein, obwohl Ulisses auch das dt. SR-Team unter Vertrag genommen hat. Das erklärt ja auch, wieso Fanpro keinen Stand auf der RPC hatten und wieso Fanpro-Material am Ulisses Stand präsentiert wurde. Jetzt meine Frage… woher kommt all das Kapital von Ulisses, um seit letztem Jahr derartig viele Lizenzen zu kaufen und Produkte zu veröffentlichen? Was sagt das über die dt. Rollenspielszene aus, wenn ihr Flaggschiff DSA sich nicht mehr gut genug verkauft, um den Verlag am Leben zu erhalten? Wenn Fanpro durch SR und DSA quasi kurz vor dem Konkurs stand, was will Ulisses anders machen, damit es ihnen nicht mit den gleichen Lizenzen anders ergeht? Haben Ulisses den Kenntnisstand und die Manpower, um derartig viele Produkte gleichzeitig zu veröffentlichen? Wenn ich nach der Qualität und den Erscheinungsdaten der dt. Warmachine- und Hordes-Produkte gehe, dann kann man zuversichtlich sein… aber eine gewisse Sorge bleibt.

Table-Tops

Bei dem gemeinsamen Stand von Ulisses und Universal Cards konnte man sich AT-43, Confrontation, Anima – Beyond Fantasy, Warmachine und Hordes ansehen und ausprobieren. Dazu gab es dann noch einige große Turniere für Warhammer und Warhammer 40.000, allerdings war Games Workshop selbst mit keinem Stand vor Ort.

Videospiele

Zunächst zog es mich zum Stand von Warhammer Online, wo ich auf Seiten der Orks an einem PvP-Match gegen Zwerge antreten konnte. Zusammen mit meinen etwa 14-jährigen Mitspielern konnten wir die Zwerge ordentlich vermöbeln: Waaaaaaagh! ;) Als Belohnung für das Testspiel erhielt jeder Mitspieler ein Schlüsselband und ein T-Shirt als Geschenk; da kann man wirklich nicht meckern. Die geteste Version hatte zwar noch den Stand einer Prä-Alpha, lief aber sehr flüssig und fast fehlerfrei. Einzig die Kollisionsabfrage funktionierte noch nicht überzeugend. Das Spiel wurde beim Kampf um die entscheidenden Flaggenpunkte sehr hektisch und unübersichtlich, da man nicht nur seine eigene Gruppe aus sechs Leuten koordinieren musste um zu gewinnen (Einzelgänger sind in dem Spiel zum Scheitern verurteilt), sondern auch die zahlreichen Spezialfähigkeiten des eigenen Charakters. Die einzelnen Klassen sind übrigens nach ihrer Funktion aufgebaut und nicht nach ihrem Hintergrundgeschichte. So hat jede Rasse einen Heiler, einen Tank, einen Damage-Dealer, etc., die Benennung der Klassen erfolgt dann nach dem passensten „Beruf“. So sind die Ork-Damage-Dealer die Kämpfer mit zwei Spaltaz und die Tanks die Schwarzorks. Bei den Zwergen wäre etwa der Tank der Eisenbrecher und der Heiler der Runenpriester. Die gespielte Version war fast komplett eingedeutscht und verwendet die offiziellen Begriffe der bisherigen dt. Übersetzungen. So konnte ich als Schwarzork Spezialfähigkeiten wie „In die Eier treten“ einsetzen, um meinen Feind kurzzeitig zu betäuben. Sehr atmosphärisch, vor allem durch die sehr stimmungsvolle Optik. Definitiv noch mal einen Blick wert. Des weiteren gab es noch Herr der Ringe-Online, was mich aber in zu vielen Punkten an WoW mit HdR-Lizenz erinnerte. Age of Conan sah dagegen fantastisch aus! Der „Kein Zutritt für Personen unter 18 Jahre“-Hinweis vor dem Stand war nicht unangebracht, denn das Spiel wartet nicht nur mit einer grandiosen, detailverliebten Grafik auf, sondern atmet auch eine unglaublich düstere und brutale Atmosphäre, was sich auch in den blutigen und frodernden Kämpfen niederschlägt. Des weiteren gab es noch einen Stand von onlinewelten.de, wo man sich auch Midgard Online ansehen konnte, das Rollenspiel für die bideren Rollenspieler jenseits der 40. DSA – Drakensang habe ich aus akutem Desinteresse ignoriert, ebenso Spellborne… wobei sich dieser Stand durch seine andauernde Wiederholung des Spellborne-Promo-Videos mit dem exklusiven Within Temptation-Song sicherlich keine Freunde bei den umliegenden Ständen gemacht hat, die dieses Lied hundertemal hören durften. Ansonsten kann man nur den Stand von buffed.de erwähnen, welche den ganzen Tag Live-Raids und ähnliches veranstaltet haben und auch nicht gerade leise agierten. Immerhin kam irgendwann der Community Manager von Ascaron zum Arcane Codex-Stand und erwähnte seine Vorliebe für dieses Rollenspiel. Im Gespräch konnten wir ihm dann einige Infos zu Sacred 2 entlocken, die wir aber nicht weitergeben dürfen. :P

Dies und Das

Unglaublich, wie viel Personal der Messehalle dort herumlief. Es gab jede Menge muskelbepackte und tätowierte Menschen die grimmig an Ausgängen Wache hielten, eine Schar von Sanitärpersonal die sich um die Toiletten kümmerten (Hallo, Ratcon!) und genügend Mitarbeiter an den (völlig überteuerten) Fressbuden, um eine eigene Con zu füllen. Die Party am Samstag abend gefiel mir nicht sonderlich, da mir keine der Bands sonderlich zusagte. Auch die Ordner waren an dem Abend eher unfreundlich bis uninformiert… wenn man abends um 21 Uhr noch mal in die Halle wollte, um ein Partyticket zu kaufen oder nur seinen Kram zu holen, so wurde man abgewiesen. Selbst Leute mit einer Dauerkarte kamen nicht mehr herein! Wenn man als Besucher eine Partykarte haben wollte, so hätte man sich diese vorher kaufen müssen, um an die verbilligte Karte zu gelangen. Selbst wenn man mit Eintrittskarte und Stempel vor den Ordnern stand, wollten diese einen nicht mehr als Besucher anerkennen. Sehr ärgerlich, aber zum Glück gab es ja Seiteneingänge, wo es den Ordnern dann egal war… und wenn man dann eine Karte hatte, wurde man vor dem Eingang zur Halle zur Party nicht mehr kontrolliert… grrr. Der Trend der ausbleibenden Sonderangebote setze sich auch auf dieser Messe fort. Einzig beim Drachenei gab es diverse Kisten mit d20-Kram zum halben Preis, oder sogar für nur 2,50 Euro. Ich favourisierte jedenfalls die Kiste mit den 1 Euro Büchern, die mal eben 1/25 des Ursprungspreises kosteten. Jedenfalls habe ich nun für eine Handvoll Euro alle Quellenbücher für Armageddon 2089 : Total War von Mongoose Publishing erstehen können. In einem Moment der Schwäche erstand ich das RPC-T-Shirt als Erinnerungsstück. Es kostete zwar nur 10 Euro, doch der Druck des Logos ist bemerkenswert schlecht. Die Farben sind verschwommen und kaum zu erkennen und der Druck sieht aus, als wäre das Shirt ein Jahr lang getragen und einmal die Woche gewaschen worden.

Fazit

Die Preise waren doch ziemlich gesalzen, gerade für die örtliche Verpflegung musste man geradezu Fantasiepreise für mickrige Portionen zahlen. Aber das Konzept der Con hat besser funktioniert, als ich es zuerst annahm und befürchtete. Klar, es gab einige Videospieler und auch Rollenspielfans, die für ihr Hobby zu wenig vorfanden und enttäuscht wieder abzogen, doch es gab auch einige, die über den Tellerrand schauten und sich für andere Bereiche des Hobbys interessierten. Gerade die zahlreichen Jugendlichen, die wegen der Videospiele gekommen waren, waren eine Zielgruppe, die man nicht mehr auf reinen Rollenspielmessen antrifft und die man stark bearbeiten konnte, um sie für unser Hobby zu begeistern. Und hey… ich weiß nun endlich, was unseren Conventions immer gefehlt hat: Messebabes in knappen Outfits! :D

Insgesamt eine interessante Con, deren Kinderkrankheiten hoffentlich bis 2008 ausgemerzt werden. Laut Veranstalter waren es 12.000 Besucher. Für eine Messe mit Rollenspielthematik sicherlich sehr gut, doch weit unter den gewünschten Zahlen der Veranstalter, die ja blauäugigerweise von 20 bis 30.000 Besuchern ausgingen.

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Interessante Zeiten I

18. April 2007 at 14:48 (Politik, Rollenspiel, Videogames)

Es ist eine Menge passiert, doch die Uni hält mich vom Bloggen ab… zumindest lohnt sich das Lernen, denn die Noten sind bisher gut. ;)

Samstag fahre ich auf den (die?) RPC und schaue mir mal die zahlreichen sehr interessanten Videospiele an, die dort präsentiert werden. Ob es auch für Pen & Paper-Rollenspieler interessant wird, werde ich ja dann auch sehen können. Feedback über den Con gibt es sicherlich hier im Blog.

So, mal sehen was sich so an Themen angesammelt hat…

Panorama und die Videospiele

Panorama hat nachgetreten und einen Bericht über die Suchtgefahren von Videospielen veröffentlicht. Nach dem Desaster, dass sie über Videospiele allgemein angerichtet hatten und das zahlreiche Feedback zum Thema, hätte man ja eine intelligentere Auseinandersetzung zu dem Thema erwarten können. Hätte man tun können… ja.

Aber schaut es euch an. Kein Unrechtsbewusstsein, sondern ein richtiger Schlag in die Fresse der Spieler. Alleine die Anmoderation macht klar, dass Panorama auf Krieg aus ist. Krieg mit zig Millionen Menschen, die Videospiele als Freizeitbeschäftigung ansehen. Nicht nur, dass sie ihre falschen Aussagen aus der letzten Sendung wiederholen, nein, diejenigen welche sich darüber beschwert haben, werden als Süchtige dargestellt, die Angst um ihre Droge haben.

Videospielsucht ist tatsächlich ein Problem und ein Thema, über das man sprechen und berichten sollte. Aber nicht so. Der Bericht macht wieder alles falsch. Die Gegenposition wird zwar diesmal eindeutiger und länger vertreten, doch wird wieder suggestiv geschnitten und der Mitarbeiter von EA als böser Spieledealer dargestellt, der Kindern ihre Spieldrogen vertickt. Dabei ist das Problem in dem Video ganz klar erkennbar: die Erziehungsberechtigten. Wieso werden nur Mütter gezeigt und befragt? Sind beide Alleinerziehend? Die erste Mutter ist hilflos und schwach, die zweite eine hysterische Zicke. Der erste Junge verhält sich wie der letzte Asoziale und die Mutter sanktioniert seine Aktionen nicht. Klar, wenn die Kinder nicht das tun, was die Eltern wollen, dann sind Videospiele schuld. Wo kein Henker, da kein Richter liebe Erziehungsperson. Wenn man merkt, dass man gegen die bestehenden Regeln verstoßen kann, ohne dass dies Konsequenzen hat, wieso zur Hölle sollte man sich dann auch an diese Regeln halten? Die zweite Mutter ist aber schlimmer. „Mein Sohn wurde ganz aggressiv als ich ihm die Tastatur weggenommen hatte.“ Ja, ich würde auch aggressiv werden, wenn mir jemand was stiehlt, anstelle über das Problem zu sprechen. Die Probleme liegen offensichtlich im Bereich der Erziehung und im Umgang mit em Medium. Wer bezahlt dem 15-jährigen denn den PC, die Internetkosten oder die Abogebühren von WoW? Oder um die alte Feststellung stehen zu lassen:

„Und als ich da neben meinem Kind stand und ihm zusah, wie er diese brutalen Spiele spielte… da konnte ich einfach nicht verstehen, wo das System versagt hatte.“

Amoklauf in Blackburg

Ein Amokläufer in den USA, 33 Tode. Neuer Rekord! Klingt unmenschlich? Wird aber so präsentiert. Jack Thompson, Anwalt, fanatischer Christ und erklärter Gegner der Videospiele weiß auch wieso das passiert ist. Er gibt die alte These der Desensibilisierung von sich, dass man sich erstmal mit GTA und Doom hineinsteigern muss und solche School Shootings auch damit trainieren kann. Auch weist er auf Robert Steinhäuser und seinen Amoklauf in Erfurt hin und dass Deutschland daraufhin die Videospielgesetze verschärft hat. Dass er dabei einfach Unsinn erzählt, fällt ja nicht auf, da er am Ende des Interview in Tränen ausbricht und von Gott faselt. Tja… noch nicht alle Leichen abtransportiert, aber bereits einen Schuldigen im Sichtfeld und die Agenda abgesteckt. Widerlich und dumm. Aber wir haben ja auch unsere deutschen Pappenheimer zum Thema. Ungewohnt scharfzüngig ist der Kurzbericht der Gamestar zum Thema ausgefallen, aber das mit Grund. Selbst zwei Tage nach dem Amoklauf gibt es quasi keine Informationen über den Täter, aber Herr Pfeiffer referiert schon wieder über die Gefährlichkeit des Mediums Computerspiel, noch bevor man überhaupt erfahren kann, ob der junge Mann überhaupt einen PC besaß. Das ist armselig, dumm und noch eine ganze Reihe von weiteren Adjektiven. Aber es passt zum Rest der Diskussion. Amokläufe zu planen ist nämlich Unsinn. Laut Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) versteht man unter Amok „eine willkürliche, anscheinend nicht provozierte Episode mörderischen oder erheblich (fremd-)zerstörerischen Verhaltens.“ Die weltweit entbrannte Diskussion über das Waffenrecht sieht Herr Pfeiffer hingegen gelassen, denn das deutsche Waffenrecht wäre gut.

Ulisses bringt die Dungeon Crawl Classics auf deutsch heraus!

Da Ulisses aber keine vernünftige Homepage haben, wurde dies nur relativ versteckt in ihrem Forum verkündet.

Moin, moin!

Wir werden ab ca. Mai damit beginnen, die in den USA sehr erfolgreichen Dungeon Crawl Classics D20 Module in deutscher Sprache rauszubringen.

Wir haben uns dazu entschlossen, da es z.Z. keine sinnvollen D&D 3.5 Einsteigerabenteuer in deutscher Sprache gibt. Das wollen wir ändern

DIe Abenteuer werden recht preiswert und richten sich an Einsteiger, die mit den großen komplexen Intrigenabenteuern noch nix anfangen können, sowie an alte Hasen, die mal wieder ein Abenteuer wie in den 80ern spielen wollen

Ist das mit Feder & Schwert abgeklärt? Steigen die ihnen nicht aufs Dach wegen irgendwelchen Übersetzungshoheitsrechten? Bekommt dadurch D&D 3.5 endlich mal etwas Wind in Deutschland? Und… kann man Ulisses überhaupt mit dieser Ankündigung vertrauen? Eine deutsche Version des D&D 3.5-Settings der Iron Kingdoms steht ja nun auch schon lange aus… obwohl sie die entsprechenden Tabletop-Bücher zu Warmachine und Hordes gut und pünktlich übersetzt haben…

Shadowrun-Videospiel

PC-Spieler können weiterhin umsonst gegen PC-Spieler zocken. Wenn sie gegen Xbox-360-Spieler antreten wollen, dann brauchen sie aber einen Gold-Mitgliedschaft bei Microsofts-Online-Plattform. Und es läuft nur auf Rechnern mit Windows-Vista, nutzt aber nicht die grafischen Möglichkeiten dieses Systems. Ich glaube das Spiel ist jetzt schon gescheitert, dabei erscheint es erst Ende Mai in den USA. Hier können wir aber weitere Hinweise zur Videospielzukunft von Shadowrun finden.

Gitelman bestätigte darüber hinaus, dass FASA Studio durchaus die Forderung der Fangemeinde nach einem Rollenspiel im Shadowrun-Universum vernommen habe. Die Verantwortlichen würden diese Option in naher Zukunft unter die Lupe nehmen – nichts ist unmöglich.

Ach, jetzt möchte man ein Rollenspielsetting für ein Rollenspiel benutzen, weil man in der Community den Hinweis aufgenommen habe, dass für so etwas eine Käuferbasis existiert? Es besteht also die Möglichkeit, dass vielleicht in absehbarer Zeit, die Verantwortlichen über ein Projekt in diese Richtung diskutieren könnten?

Das ist ja so vage wie die UN-Charta! Und selbst wenn es kommen sollte, was erwartet uns dann? Die verdrehte Zeitlinie aus dem fast fertigen Shadowrun-Spiel oder die richtige? Wird das ganze in dem tablierten Nordamerika spielen, oder in dem quasi völlig von Quellenbüchern unberührten Südamerika? Fragen über Fragen… und keine mögliche Antwort schmeckt so wirklich.

Innenpolitik

Aber eigentlich sind das alles unwichtige Kleinigkeiten, denn wir haben einen Innenminister, der denn Rechtsstaat aushebeln möchte. Wer Äußerungen trifft wie „Wäre es richtig zu sagen: Lieber lasse ich zehn Anschläge passieren, als dass ich jemanden, der vielleicht keinen Anschlag begehen will, daran zu hindern versuche?“, der macht sich zum Verfassungsfeind. In unserem System ist jeder so lange unschuldig, bis seine Schuld bewiesen wurde. Schäuble will das System umdrehen. Er nutzt die Angst vor Terrorismus und schürt ihn mit großem Engagment, um einen Überwachungsstaat zu schaffen, der 1984 weit hinter sich lässt. Das bei der zugehörige Umfrage auf der Homepage der Tagesschau zu den Vorhaben Schäubles immerhin 85% (zum Zeitpunkt dieses Postings hier) sich ganz klar gegen solche Ideen aussprechen ist zumindest etwas beruhigend… oder sollte es sein. Denn mehr als 300 Leute haben bereits angegeben, dass sie bereit sind Rechte aufzugeben, um „den Staat“ zu schützen. Wer „Die Maßnahmen sind richtig, wer nichts zu verbergen hat, braucht auch keine Angst zu haben. Terroristen müssen mit allen Mitteln bekämpft werden.“ ankreuzt, fordert eine Rückkehr der Stasi und der staatlichen Überwachung, ein System ständiger Kontrollen… wie dadurch die Bürgerrechte gestärkt werden sollen, ist mir ein Rätsel. Auch wenn Frau Zypries dies betont. *seufz* Demokratie bedeutet, dass alle Macht vom Volk ausgeht. Das sehe ich in der BRD nicht mehr.

Und dann war da noch…

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Xbox 360, DSA und Google

4. April 2007 at 00:09 (Allgemein, Rollenspiel, Videogames)

Zunächst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass ich hoffe, dass die Leute die über die Google-Suchbegriffe „unschuldige Kinder ficken“ und „kinderpornos anschauen“ auf diesen Blog gelandet sind, furchtbar entstellende und lebenslang verkrüppelnde Unfälle haben werden. Ich weiß nicht was mich mehr aufregt: dass es solch perversen Gestalten gibt, oder dass man über solche Suchbegriffe auf dieses Blog gelangen kann. Naja, weiter im Text…

Grund für die wenigen Beiträge in letzter Zeit sind nicht nur der Mangel an interessanten Nachrichten und meine anstehende mündliche Abschlussprüfung, sondern auch meine neue Xbox 360.

Die Xbox 360 und der Gamerscore

Ja, ich konnte nicht wiederstehen und bin nun auch Besitzer einer Xbox 360. Diese Konsole hat ein sehr motivierendes Element: den Gamerscore. Für diverse gewonnene Herausforderungen in einem Spiel werden Erfolge freigeschaltet, die man mit anderen Spielern weltweit vergleichen kann. Spiele ich z.B. online mit einigen anderen Leuten ein Autorennspiel, so kann ich mir deren Gamercards vorher ansehen und deren Erfolge betrachten. Sehr schnell kann ich einsehen, ob mein Gegner viele Erfolge in diesem Spiel gesammelt hat und ein harter Konkurrent ist, oder ob er gerade erst beginnt. Aber auch die Gesamtpunktzahl ist interessant. Jemand mit 20.000 Punkten wird wohl ein Profi und Vielzocker sein, gibt es doch nur maximal 1000 Punkte pro Spiel. Ich finde es sehr motivierend die eigenen Leistungen direkt mit Freunden vergleichen zu können, wobei die Xbox das Feature hat, die Erfolge von zwei Spieler direkt nebeneinander anzeigen zu können. Klar, dass ist ein virtueller Schwanzvergleich… aber soooo motivierend. :D

Übrigens merkt man gerade den Starttiteln der 360 an, dass die Entwickler noch nicht gut mit dem Gamerscore umgehen konnten. So hat der Ego-Shooter Perfect Dark Zero fast nur freispielbare Erfolge im Multiplayer. Man kann mit anderen aber nur online spielen, wenn man eine Xbox-Gold-Mitgliedschaft hat, die zwischen 6 Euro pro Monat bis 42 Euro im Jahr je nach Anbieter und Vertragslaufzeit kosten kann. Andere Spiele wie King Kong haben nur sehr schwammige Erfolge wie „Sich mittels Feuer aus einer Lebensbedrohlichen Situation gerettet“ oder man erfüllt sie sogar, ohne zu wissen warum. Den Erfolg für das Erschlagen von mehreren Riesendinos habe ich etwa bekommen bevor ich auch nur einen von ihnen die Kiefer mit Kong gebrochen habe. Ebenfalls doof: Kameo, weil die Hälfte der Erfolge nicht mal Gamerscore bringt. Wieso sollte ich mir dann die Mühe machen, diese Erfolge freizuspielen? Bisher am besten gefallen hat mir im Bezug auf den Gamerscore Full Auto. Dieses Rennspiel mit Raketenwerfern und Maschinengewehren vergibt ständig kleinere Belohnungen, für gewonnene Abschnitte, eine bestimmte Anzahl besiegter Gegner, besonders viel Verwüstungen, etc.. Ständig wird man für seine Gewinne belohnt und motiviert. Sehr schön gelöst, so muss ein Belohnungssystem aussehen.

Hier meine Gamercard:

DSA – Aktuell!

Wie arbeitet ein DSA-Redakteur? Unter dieser Schlagezeile hat Alveran eine Meldung veröffentlicht. Ich zitiere aus der Meldung „In enger Zusammenarbeit mit der DSA-Redaktion wird Alveran.org nun in regelmäßigen Abständen einige Geheimnisse lüften: Mit unserer neuen Serie DSA-Redaktion live! kann man sich nun erstmals per Video-Streaming live an den Arbeitsplatz eines DSA-Autors zuschalten. In der ersten Woche hat sich DSA-Redakteur Mark Wachholz bereit erklärt.“ Interessiert klicke ich auf den Link und bin entsetzt! Wenn sie schreiben, dass sie live den Arbeitsplatz eines Redakteurs zeigen, dann meinen sie das auch. Fünf Minuten lang sah ich Mark Wachholz dabei zu, wie er auf den Bildschirm starrt, in Büchern plättert und ab und zu etwas tippt. Dann klingelt sein Handy, der interaktive Höhepunkt. Ich frage mich: Was soll der Scheiß? Wenn sie die Arbeit eines Redakteurs vorstellen wollen, wieso dann nicht in Interviews, mit… öhem… wie wäre es mit Inhalten anstelle eines voyeuristischen Blicks? Dass der Redakteur acht Minuten nach dem ich auf den Link geklickt hatte, aufsteht um sich etwas zu trinken zu holen, wird nur durch einen zweiten Anruf getoppt, als ihn seine Mutter sprechen will! Was für eine erbärmliche, entwürdigende, zeitraubende und ganz und gar nutzlose Aktion.

Edit: Was ich ganz übersehen habe… das Video ist vom ersten April. Wollen wir hoffen, dass es wirklich nur ein Scherz war. Obwohl es mir auch zu Denken gibt, dass auch Leute außer mir das offensichtlich nicht als Scherz verstanden haben… der Personenkult den einige DSA-Fans gegenüber ihren Autoren hegen, lässt solche Videobeiträge durchaus in den Bereich des möglichen rücken… Danke an Thomas für den Hinweis.

Dabei scheint Fanpro inzwischen durchaus so etwas wie sinnvolle Öffentlichkeitsarbeit zu leisten. So wird laut Fanpro-Newsletter am 22.04.07 um 16:30 Uhr auf 3sat eine Sendung zum Thema World of Warcraft laufen, wobei auch auf die Wurzeln des Rollenspiels eingegangen wird. Und da DSA das bekannteste Rollenspiel Deutschlands war und ist, wird es dort wohl auch präsentiert werden. Des weiteren wird beim Tigerpress-Verlag, der auch Fix und Foxi-Comics herausgibt, ein Comic-Magazin namens TiCo erscheinen. Darin sollen die beiden Junghelden Nibor und Salkin aventurische Abenteuer in Comicform erleben. Das könnte tatsächlich den ein oder anderen Jugendlichen zum Rollenspiel bewegen… die Idee jedenfalls ist gut! Am 28. April soll das Magazin erscheinen und ich werde mal einen Blick riskieren.

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