Cadwallon – Das Rollenspiel zu Confrontation?

22. August 2006 at 17:42 (Rollenspiel, Tabletop)

Vielleicht hat der ein oder andere von euch bereits von Cadwallon gehört. Das ist der Versuch der französischen Firma Rackham, ein Rollenspiel zu ihrem Tabletop Confrontation zu etablieren. Oder besser gesagt, so eine Art Rollenspiel, denn Cadwallon wird mit Miniaturen auf Spielbrettern gespielt. Das Buch ist gerade erst zum GenCon erschienen, hat 350 Farbseiten im Hardcover und kostet auch schnieke 50 Euro. Von der Optik her gibt es nichts zu meckern, das können die Franzosen, keine Frage, das Buch sieht top aus. Ich hatte nach dem Ratcon die Gelegenheit etwas länger in dem Schinken zu schmöckern und mein erster Eindruck ist eigentlich ziemlich negativ.

Cadwallon ist eine freie Stadt, die so ziemlich zwischen allen Fronten der Spielwelt von Confrontation liegt. Die Charaktere sind „Free Leaguers“, welche in dieser Stadt Abenteuer erleben können. Dazu werden an die 100 Orte in der Stadt mehr oder weniger ausführlich vorgestellt, ebenso einige NSC, die jedoch kaum mehr als knappe Werte, ein winziges Bild und einen lächerlich kurzen Text haben.

Man würfelt eine Anzahl von w6, die der Fertigkeit entspricht und zwischen 1 und 5 liegt. Dazu addiert man den Wert des Attributs. Von den w6 zählt dann nur der höchste und wird zusammen mit dem Attribut als Ergebnis genommen. Klingt ja noch ganz okay. Hat man mehrmals die gleiche Augenzahl erwürfelt, die zudem noch das höchste Ergebnis darstellt, erhält man pro weiterem Würfel +1 auf das Ergebnis. Also liegt das Resultat bei 4w6+3 und einem Würfelergebnis von 1, 3, 4 und 4 bei 8 (4 als höchster Wert, +1 für weitere 4, +3 für das Attribut). Ein simpler Mechanismus. Leider hört das Spiel hier auf so eindeutig zu sein. Die Sprache und der Stil des Buches können nicht überzeugen, man merkt immer wieder, das hier Franzosen ein Spiel auf englisch verfasst haben und das kein Muttersprachler oder zumindest jemand mit guten Sprachkenntnissen gewirkt hat. Die beim Querlesen aufgefallenen „nowledge“ statt „knowledge“ sind da ja noch zu verschmerzen, doch ist das ganze Buch schlecht organisiert und die Regeln nicht überzeugend erklärt. Der Zusammenhang zwischen Attribut, Fertigkeit und Beruf wird nicht wirklich klar, die einzelnen Begriffe sind kompliziert benannt. Zudem erhalten Charaktere noch „unterscheidbare Merkmale“, die eigentlich direkt den Spezialfähigkeiten der Modelle aus Confrontation entsprechen. Auch beim Kampf muss man seinen Pool aus Aktionspunkten wie in dem Tabletop aufteilen.

Ich hatte zwar nicht wirklich lange Gelegenheit mich mit dem System zu beschäftigen, aber positiv war mein erster Eindruck nicht. Es ist ein sehr unselbstständiges Spiel, das weniger ein Rollenspiel ist, als vielmehr ein komplizierter Ergänzungsband für das Tabletop Confrontation.

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