Ratcon 2006 – Nachbericht

22. August 2006 at 21:55 (Rollenspiel)

Wie versprochen nun der Nachbericht zum Ratcon 2006.
Die Convention stand von Anfang an unter keinem guten Stern: Chaos beim Vorverkauf der Karten, Verantwortlicher organisiert zum ersten Mal eine Con in dieser Größenordnung und zudem noch der laufende Umbau im Gebäude. Aber es ist immerhin einigermaßen über die Bühne gegangen. Erfreulicherweise hatte ich beim Gewinnspiel von RPG-Radio eine Eintrittskarte für den Con gewonnen, kam also nach anfänglicher Chaos auf den Con. Dazu gab es noch einen hochnotpeinlichen Ausweis mit „VIP“ für mich. Einen Ausweis mit meinem Namen konnten sie nicht anfertigen, weil ich an dem Tag der Con erst als Gewinner ermittelt wurde. Das Problem mit dem Drucken sollte noch den ganzen Con über bestehen bleiben. So gab es ab Samstag keine Rundenzettel mehr um Spielrunden anzubieten. Hallo? Das geht ja mal gar nicht! So etwas ist doch einfach wieder auszudrucken oder zu kopieren. Achja… die Spielrunden. Das große Brett zum Aushang eben jener war relativ leer und das den ganzen Con über. Relativ deswegen, weil a) wohl viele durch die Vorberichte und das miese Wetter abgeschreckt waren und zuhause blieben, was die Ratcon von den Besucherzahlen her sehr übersichtlich machte, b) ein guter Teil des Platzes am Board für Mitfahrgelegenheiten, Kontaktadressen und die Suche nach Spielleitern zweckentfremdet wurde und schlußendlich c) entweder „eigene“ Systeme zu finden waren oder DSA und Shadowrunrunden. Natürlich bei beidem mehr für die dritte, als für die vierte Edition der Systeme. Ich weiß ja nicht, wie viel Prozent der Besucher alleine von den Alverniaren bespielt wurden, doch was ist mit dem Rest? Drei Zelte für offizielle DSA-Abenteuer und… wieviele Shadowrun 4-Runden von offizieller Seite? So gut wie nichts. Ich will mal die vierte Edition ausprobieren, wieso ermöglicht es mir das Support-Team nicht? Eismanns Workshop über Horror in Shadowrun war der einzige den ich dieses mal besuchte, aber der war gelungen, auch wenn einige Shadowrunfans aus dem „Plenum“ wirklich garstige Gestalten sind. Der Nachteil der Workshops auf diesem Con war aber vor allem die Auswahl der Orte. Die Räume waren in der Regel zu klein und zum Ende jedes Workshops war die Luft im Inneren ziemlich begrenzt. Was mich richtig geärgert hat, war die offensichtliche Unkenntnis der Orga, das einer der Fanpro-Redakteure dort eine Lesung abhält. Ich hatte extra meine Ausgabe von Alex Wicherts Kettenhund mit zum Con gebracht um sie mir von ihm signieren zu lassen. Nur wies mich kein Helfer, kein Aushang und keine Planung darauf hin, dass sich dieser Autor auf dem Con aufhält oder das er sogar eine Lesung abhält.

Durch den Umbau sind auf dem Con aber tatsächlich einige Dinge besser geworden. Wer dereinst auf dem Ratcon Nahrung oder Getränke erwerben wollte, der musste in der Regel lange anstehen. Nun gab es drei verschiedene Orte, die zudem noch draußen und unter Zelten gelegen waren, was den Erwerb von Verzehrgütern vereinfachte und beschleunigte. Die BattleTech-Fans, die sich übrigens über das gerade zur GenCon erschienene und nach erstem Eindruck großartige „BattleTech – Total Warfare“ freuen konnten, saßen anstatt im Keller nun in einem großen Außenzelt. Weniger Krach, frische Luft und mehr Platz. Eigentlich klare Gewinner.

Was insgesamt noch persönlich sehr ärgerlich war, wofür die Con an sich aber nichts kann sind der Verlust meiner Sonnenbrille, sowie meine absolute Unfähigkeit Gewinne bei den Losen zu erzielen. Für 35 Euro kaufte ich Lose, 43 insgesamt und bekam nur 4 Gewinne heraus. Und dann nur Blödsinn… zwei Romane die ich schon habe, eines der „streng limitierten“ DSA-Würfelsets und ein Rollenspiel das ich nicht haben wollte. Gab es damals eigentlich auf Cons noch gute Angebote, wie reduzierte Artikel oder Sonderpreise, oder täuscht mich da meine Erinnerung? Nur Feder & Schwert hatten zwei Kisten mit reduzierter Ware dabei, die mich persönlich aber nicht begeistern konnte.

Gespielt habe ich auch. Allerdings vor allem Ja, Herr und Meister, womit unsere Runde Freitag nacht das gesamte Foyer unterhielt. Wir haben zwar nicht nach korrekten Regeln gespielt, da sich keiner der neben uns sitzenden Truant-Menschen bereit erklärte uns ihr Spiel näher zu bringen, aber Spaß hat es trotzdem gemacht. Ebenso die Rache der Grabräuber aus dem All, auch wenn ich erfahren musste, dass der Truant-Supportmensch mir die Regeln in einer vorherigen Spielrunde falsch erklärt hatte. Samstag bot ich dann mal wieder eine Runde ArcaneCodex mit meinem inzwischen bestimmt fast jedem an AC-interessierten Abenteuer „Der Händler“ an. War sehr amüsant, da die Spieler bisweilen ziemlich viel Unsinn anstellten. Sehr schlecht war aber die Location, denn ein enger Gang im Keller, wo man auf Bierbänken sitzt und kaum etwas hört oder sieht ist kein geeigneter Ort für eine Rollenspielrunde. Ebenfalls am Samstag konnte ich beim Belavaron, dem Autor des Schlümpfe-Rollenspiels eine offizielle Runde erhaschen. Diese war sehr amüsant, auch wenn der Spielleiter und Autor des Systems fast über meinen dummen Messer-Schlumpf verzweifelte. Schlümpfe ist wirklich ein ziemlich gut designtes Spiel, mit sehr hohem Spaßfaktor und einem einmaligem Mechanismus für die Bewältigung von Proben. Da sich Sonntag niemand für meine ArcaneCodex-Runde eingetragen hatte, schloß ich mich einer Lodland-Runde an, um das am vorigen Tag gewonnene Regelwerk einmal auszuprobieren. Da der Spielleiter aber in Märchenonkel-Manier an die zwei Stunden Dinge erzählte, die passierten und die unsere Charaktere taten, habe ich die Runde verlassen. Es ist ja nicht mal so, dass es mich störte, dass ich kein einziges Mal gewürfelt habe. Aber ich spiele Rollenspiele nicht um mir vom SL sagen zu lassen, was mein Charakter tut, gerade dann wenn endlich einmal eine Aktion möglich wird. Danach nutzte ich die verbleibende Zeit um mich mit den sehr freundlichen Jungs vom Lodland-Team zu unterhalten und zu fachsimpeln. Immerhin habe ich den Con über auch zwei GroFaFolern die Hand schütteln können, nämlich Don Kamillo und endlich auch mal 8t88. Beides nur kurz, weil wir jeweils nur kurz angebunden waren, aber gefreut hat es mich trotzdem.

Wie fällt nun mein persönliches Fazit für den Con aus? Ich bin unschlüssig. Wirklich unsicher, ob er mir nun gefallen hat oder nicht. Die Glücksgöttin hat auf der einen Seite dafür gesorgt, das ich umsonst auf den Con gelange, auf der anderen Seite hat sie mir bei den Losen ordentlich in die Eier getreten. Das Rahmenprogramm war vor allem für DSA-Fans interessant und da ich dieses System nicht mehr spiele (und auch nicht mehr spielen möchte), konnte ich viele Workshops und Spielrunden ignorieren. Der Con hat angesichts der Umstände eigentlich ganz gut geklappt. Es war bestimmt nicht der beste Ratcon den ich bisher besucht habe, aber nächstes Jahr werde ich vermutlich doch wieder da sein.

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1 Kommentar

  1. AlexW said,

    Das naechste Mal bringe ich selbstgemachte Poster mit. Und naechstes Jahr ist wieder ne Lesung. Mit „Stimme“. Ich wollte zur Spielemesse kommen, da kann ich’n dir signieren. Ansonsten wollte ich im September vielleicht noch ein Wo-Ende nach Deutschland, und Ende des Jahres wollte ich ein paar Tage nach Stuttgart – wenn du’s mir per Post schickst, schick ich’s zurueck.

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