Oh wie schön ist Panorama – Killerspiele und Meinungsmache auf ARD

25. Februar 2007 at 20:15 (Politik, Sehen, Videogames)

Sorry, dass der Beitrag so lang geworden ist, es sind acht Seiten geworden…aber ich konnte nicht anders. Inzwischen schreibe ich immer ein paar Tage nach den Beiträgen etwas über jene. Dann habe ich mich wieder etwas beruhigt und kann auch die Thesen, Argumente und Stellungnahmen verarbeiten, die in der Zwischenzeit veröffentlicht wurden.

Die eigentlich sehr seriöse Sendung Panorama hat sich am 22.02.07 einen Beitrag zur Killerspieldebatte geleistet, der leider sachlich falsch, höchst tendenziös und womöglich gezielt irreführend war. Leider zwingt mich diese völlig falsche Darstellung wieder einmal zu einem Beitrag über die „Killerspiel“-Diskussion. So die Medien wollen, wird dies aber bald abebben, denn der Gesetzentwurfs Bayerns ist effektiv gescheitert. Aber was wurde aus dem Sofortprogramm von Frau von der Leyen?Anscheinend wurde dieser nicht mal im Bundesrat diskutiert. Aber die Änderungen, welche nicht das Jugendschutzgesetz betreffen, dürfen ja auch ohne Gesetz geändert werden, zum Beispiel die Regelungen für die USK (eine nichtstaatliche Stelle… höhöhöh… ja, genau…).

Morden und Foltern als Freizeitspaß – Killerspiele im Internet

Den Beitrag kann man sich hier auf der Seite des NDR ansehen. Wer aber den Real-Player aus nachvollziehbaren Gründen meidet, der findet bei Youtube mehrere Videos zu dem Beitrag, z.B. hier. Die Seite des NDR zum Beitrag ist im übrigen noch im Nachhinein geändert worden, denn die Inhalte die sich zunächst dort fanden, waren geradezu haarsträubend falsch. Zum Glück hatte ich sie mir herauskopiert, um dieses Machwerk für die Welt zu erhalten:

„Sie heißen “Final Fantasy”, “Der Pate” oder „Call of Duty“. Ihr Ziel ist immer gleich: Menschen jagen, foltern, töten. Die Jäger sitzen vor dem Bildschirm, ihre Waffe ist der Joy-Stick. Doch in letzter Zeit wird immer wieder die Frage gestellt, ob derartige Spiele Auslöser sein können für tatsächliche Greueltaten – in Littleton, Erfurt oder zuletzt in Tessin. Bayern will die so genannten Killerspiele jetzt über eine Initiative im Bundesrat verbieten. Die Bundesjustizministerin ist dagegen.“

Wir finden hier nicht nur die Behauptung, dass Final Fantasy ein Killerspiel wäre (vermutlich bei Bild abgeschrieben), sondern auch den allgegenwärtigen „Joy-Stick“, mit dem solche Spiele ja gespielt werden… nicht wahr? Für die folgende Zusammenfassung und Analyse des Beitrags gilt mein Dank mal wieder der Spielkultur-Mailingliste, die gewohnt sachlich und kritisch den Beitrag hinterfragt hat.

Stimmungsvoll wird der Beitrag direkt eingeleitet „Es geht immer ums Töten. Je brutaler, je realistischer, desto besser. Computerspiele und vor allem so genannte Killerspiele gehören inzwischen zum normalen Freizeitprogramm von Jugendlichen.“ Ich gehe mal nicht näher darauf ein, dass im gesamten Beitrag völlig unkritisch der Begriff „Killerspiel“ verwendet wird…

Call of Duty und die Nazis

Beim Konsum des Beitrags, zunächst einmal eine Überraschung. Die vorher noch als zumeist jugendlichen Spieler deklarierten Zocker sind zwei gestandene Herren um die 20 und Ü30. Nach eigenen Aussagen, die sie später in Foren veröffentlichten, wurden sie fünf Stunden interviewt, wovon zusammen aber nicht einmal eine Minute geblieben ist. Die nicht gerade schmeichelhaften Sätze die übrig blieben, zeigen nicht nur, dass sie wenig Erfahrung im Umgang mit Medien haben, sondern dass die Redaktion auch wohl die jeweils für den Tenor der Sendung passenste Stelle aus den Interviews herausgeschnitten haben. Erstaunlich ist auch der Videoschnippsel, der sie vermeintlich beim Spielen von Call of Duty 2 (CoD) zeigt. Als Zocker fragte ich mich zuerst einmal, wieso die Spieler auf Leichen draufhielten, wo doch a) Munition in diesem Spiel knapp ist, b) der Spieler gerade beschossen wurde und c) es einfach keinen Sinn macht (das Spiel enthält keine Splatterelemente, also kommen selbst Fans des Zerstückelns von virtuellen Männlein nicht auf ihre Kosten). Die Lösung des Rätsels ist einfach. Keiner der beiden CoD-Spieler hat so gespielt, die Szenen stammen aus einer anderen Quelle. Auch das amüsierte Lachen des älteren Spielers nach dem Umschnitt der Videospiel-Szene ist entfremdet. Nach eigener Aussage amüsierte er sich über einen blöden Spruch via Teamspeak… denn das Ballern auf Leichen kann er ja nicht amüsant gefunden haben, da er ja nicht auf sie schoß. Auch wenn der Videobeitrag dies suggerierte. Außerdem dürfen wir uns fragen, wie der Sprecher die „original Schlachtfelder des zweiten Weltkriegs“ mit „Das ganze virtuell im Internet“ verbindet? Der zweite Weltkrieg fand nicht im Internet statt und virtuell bedeutet nun einmal, dass es physisch nicht vorhanden ist. Call of Duty ist im deutschen also der Einsatzbefehl… ich hätte es mit Ruf der Pflicht übersetzt, aber vielleicht entgeht mir ja da eine Feinheit (dann bitte Aufklären!) „Das Ziel: Möglichst viele Menschen töten, je blutiger, desto besser.“ Da bei CoD das Erfüllen von Missionen im Vordergrund steht und es keine Blutorgien gibt, stört da nicht.

CoD gehört ja zu den „realistischen“ Weltkriegsshootern, so wie auch Medal of Honor. Für mich sind diese Spiele nichts. Die sind mir zu realistisch und einfach zu… intensiv. Wer glaubt, dass man damit Leute für Krieg begeistern kann, der irrt. Diese Spiele zeigen die Grausamkeit des Krieges, sind eher Anti-Kriegsspiele (so wie Anti-Kriegsfilme, so es dieses Genre überhaupt geben sollte…).

Christian Reininghaus, Call of Duty-Spieler, der jüngere der beiden:
“Das Faszinierende daran ist, es sieht im Computer mittlerweile schon genauso aus wie in echt, denke ich. Ich hab in echt noch nicht soviel Blut gesehen, aber es ist ein guter Nebeneffekt und das macht das Spiel einfach auch mehr spaßiger.“ Was er vermutlich damit meinte, ist, dass es glaubwürdiger und stimmiger durch das Blut wird. Im Krieg, der in CoD nunmal dargestellt wird, würde die Atmosphäre leiden, bzw. völlig zerstört werden, wenn die Erschossenen sich etwa wie bei der dt. Version von Half-Life 1 einfach auf den Boden hocken und langsam verschwinden.

Ingolf Wichmann, Call of Duty-Spieler, der ältere der beiden:
“Bei uns denkt keiner darüber nach, der könnte jetzt ein Nazi sein, ein Russe oder ein Amerikaner, sondern es geht wirklich nur um das reine Kämpfen. Das eine Team gegen das andere Team. Wie beim Fußball, bloß dass es halt ein bisschen brutaler ist, ist es ja nun mal wirklich auch.“ Ich würde sagen: Fantastisch, der olympische Gedanke! Ohne darauf zu achten, welche Nationalität, Hautfarbe oder Religion der andere hat, misst man sich im Wettstreit, um das bessere Team zu ermitteln. Denn das wird in dem Beitrag auch nicht erwähnt. Es gibt einen Grund für die aktive Szene aus Clans bei diversen Ego-Shootern, denn gemeinsames, taktisches Vorgehen führt in den allermeisten Spielen zum Sieg. Wer wild drauflos ballert, unterliegt meist spektakulär. Und was sagt der Sprecher von Panorama zu der Äußerung des Spielers?

Hitlers Krieg als Killerspiel. Gedankenlos und scheinbar unpolitisch.“ Scheinbar? Na, jetzt muss ja was folgen… und das tut es auch:

Bert Weingarten, PanAmp – Internetsicherheitsfirma:
Die Gefährdung von „Call of Duty“ geht über die normale Gefährdung eines normalen Killerspiels eindeutig hinaus. Warum? Dort wird eigentlich der Zweite Weltkrieg verharmlost, das heißt, die Slogans dieser Kriegsgeneration werden wieder in diesem Spiel aktiv. Es geht wieder um die „Tommys“, es geht wieder um die „Krauts“, es geht wieder um
das gegenseitige Töten.

Herrlich. Propaganda in Reinkultur. Es wird gesagt, dass „Killerspiele“ (immer noch keine Definition) erstmal grundsätzlich gefährden. CoD ist aber noch schlimmer, denn der Krieg wird „eindeutig“ (wieso?) verharmlost, indem die „Slogans“ des Krieges wiederholt werden. Wieso das eine Verharmlosung des Krieges ist, erschließt sich mir nicht. Die einen sind die „Krauts“ und die anderen die „Tommys“ und das gegenseitige Töten wird wieder zum Inhalt. Wir haben also ein Stimmungselement, was uns atmosphärisch wieder in das Konzept des Spiels einbindet und verknüpfen dies mit dem sportlichen Aspekt des Spiels, dem gegenseitigen virtuellen bekämpfen. Kriegsverharmlosend ist CoD nicht, wie oben bereits erwähnt. Man muss nicht als Nazi Juden deportieren oder als Amerikaner Städte mit Brandbomben beschmeißen. Es finden keine Kriegsverbrechen statt, die Ideologie wird ausgeblendet und es bleiben nur die Fraktionen, die sich auf dem Schlachfeld gegenüberstehen. Der Bericht suggiert, dass Videospieler, oder zumindest die Spieler von CoD latent dem rechten Lager angehören, was unverblümt gesagt eine Frechheit und hannebüchener Unsinn ist. In dem Spiel wechselt man auch ohne weiteres die Lager, aus dem eben erschossenen deutschen Soldaten wird binnen Sekunden ein amerikanischer Kämpfer. Die Nationalität der Spieler spielt dabei effektiv keine Rolle.

„Die „Call of Duty“-Szene hat Bert Weingarten monatelang im Netz beobachtet. Seine Bilanz: Allein in Deutschland sind täglich über 20 000 Kämpfer im Fronteinsatz. Familienväter, Schüler, Nazis.“ Ganz großes Kino. Wenn man jemanden mal so richtig diffamieren will, dann vergleicht man ihn mit einem Nazi. Und Familienväter und Schüler mit Nazis in einem Atemzug zu nennen, nur weil diese vielleicht CoD spielen, ist einfach billigste Rhetorik und Meinungsmache. Pfui!

„Wer will, kann das Killerspiel problemlos noch auffrisieren, wenn auch illegal.“
Bert Weingarten,PanAmp – Internetsicherheitsfirma:
„Man kann das Spiel durch eine Vielzahl von kostenlosen Modifikationen erweitern, die man dann übers Internet einfach herunterladen kann. Das kann jeder machen in Deutschland. Das bedeutet, dass Sie dieses Spiel zum Beispiel mit verfassungsfeindlichen Symbolen bestücken können wie den SS-Runen oder dem Hakenkreuz.“

Man hat also die illegale Option, sich verfassungsfeindliche Symbole für das Spiel zu ziehen, damit man auf Seiten der Nazis auch in der Uniform eines SS-Offiziers herumlaufen kann. Die Option verfassungsfeindliche Symbole zu benutzen ist bereits jetzt schon verdächtig? Es hat doch auch jeder die Option, sich die Kühlerhaube seines Autos mit einem Hakenkreuz bepinseln zu lassen. Der wird dann aber direkt angehalten. Man kann auch die Reichskriegsflagge im Garten aufhängen. Dann bekommt man auch Besuch von der Polizei. Werden deswegen auch Autos und Gärten verboten, bzw. verdächtigt? Was will mir der Mann sagen? Ich habe da mal was zu in einem Exkurs am Ende zusammengefasst.

„Hinrichten, quälen, morden. Rund 1,5 Millionen spielen in Deutschland sogenannte Egoshooter-Killerspiele. Und was es nicht an der Ladentheke zu kaufen gibt, holen sich selbst Kinder problemlos aus dem Internet.“ Woher stammt die Zahl? Wieso wird das Internet wieder als böse dargestellt? Wieso reden sie von Egoshootern und zeigen dann Szenen aus GTA und Der Pate, die man nicht aus der Egoperspektive sondern aus der Third-Person-Perspekive von hinten? Wäre es vielleicht nicht sinnvoll gewesen darauf hinzuweisen, dass die Szene aus GTA aus der in Deutschland indizierten amerikanischen Version stammt? Das der Pate keine Jugendfreigabe erhalten hat und sich auch ganz klar an ein erwachsenes Publikum richtet?

Egal, diese Fragen verblassen locker vor dem folgenden Video.

Das Hot-Coffee-Desaster

„Wie diese Spiele: Wer hier möglichst viele Frauen vergewaltigt, gewinnt.“

Und da war es es vorbei. Die hier gezeigte Szene ist der Hot-Coffee-Mod aus GTA: San Andreas. Es handelt sich um eine illegale Erweiterung des Hauptprogramms, bzw. einen Crack, mit dem man einen eigentlich nicht zugänglichen Teil des Spiels freipatchen kann. Und NUR in der damaligen amerikanischen Version. Dieser Mod sorgte in den USA für ein unglaubliches Medienecho, es wurden ähnliche Verbotsforderungen laut, wie sie bei uns aus dem Süden der Republik ja ständig erschallen. Es geht in diesem Mod nicht um das Vergewaltigen von Frauen. Man muss die Frauen vorher zum Essen ausführen und sie gut behandeln, dann laden sie die Spielfigur auf einen „Heißen Kaffee“ ein. Es handelt sich also nicht um eine Vergewaltigung, sondern um die Einladung durch die Frau, also ziemlich genau das Gegenteil einer Vergewaltigung! Das die Klamotten bei den Figuren an bleiben und man nur ein harmloses Minispielchen zur Befriedigung der Frau abliefern muss, scheint niemanden bei der Redaktion von Panorama zu stören. Und um es noch mal deutlich zu sagen: Dieser Mod funktioniert nicht in der deutschen Version! Er funktioniert nur mit der amerikanischen Version, die hierzulande indiziert ist! Das könnte man nun als krasses Versagen der journalistischen Tätigkeit der Autoren auffassen. Bis man auf die Musik hört. Es läuft der Song „Rape Me“ von Nirvana, dieser Song kommt im Spiel nicht vor! Halten wir also fest, dass die Redaktion die Information unterschlägt, dass es sich hierbei nicht um die entschärfte deutsche Version handelt und sie nicht nur eine krasse Fehlinformationen über ein Spiel verbreitet, sondern diese Fehlinformation noch durch das Einspielen eines Songs unterstützt! Jorunalistisches Totalversagen und reine Meinungsmache. PFUI!

Die Internet-Fahnder des bayerischen Landeskriminalamts. Killerspiele, selbst brutalste, haben sie hier regelmäßig auf dem Schirm. Die Ermittlungen allerdings laufen meist ins Leere. Kaum ein Spiel konnte bundesweit bislang verboten werden. Der Grund: Das aktive, virtuelle Morden und das makabre Spielziel, möglichst viele Menschen zu töten, reichen nicht für ein Verbot, beklagen Fahnder. Denn der zuständige §131 stellt nur die reine Darstellung von Gewalttätigkeiten gegen Menschen unter Strafe. Reale Bilder werden dabei von Gerichten eher verboten als künstliche Computerszenen.

Der arme Mann. Muss in einem dunklen Zimmer sitzen und wird so gefilmt, als ob er etwas verbotenes oder schlimmes tut. Was will mir der Text sagen? Es werden nicht genug Spiele verboten, weil die Gesetze nicht streng genug sind?

Albert Bischeltsrieder, Landeskriminalamt Bayern:
Bei Computerspielen, speziell bei diesen Killerspielen geht es eben nicht so sehr oder sogar erst in zweiter Linie um die Darstellung, um besonders grausame Darstellungen, sondern es geht um das aktive Handeln der Personen. Also, ich sehe nicht nur zu, wie eine Person beispielsweise mit einer Kettensäge zerstückelt wird, wie bei einem Video, sondern ich bin derjenige, der gegen diese Person, gegen eine andere Person mit Gewalt tätig wird. Und das ist das eigentlich Entscheidende. Und dem wird der bisherige §131 zumindest aus unserer Sicht nicht gerecht.

Die bayrische Polizei fordert also eine Gesetzänderung um diesen „Schund“ verbieten zu können. Wieso? Es ist in der Wissenschaft umstritten, ob virtuelle Gewalt reale Gewalt bedingt. Fakt ist aber, dass die Jugendkriminalität seit mehr als zehn Jahren rückläufig ist und das bei einer gesteigerten Anzeigementalität. Was verspricht man sich also von dem Verbot, was ist der Antrieb, was ist der Grund? Ebenso meine Fragestellung, wieso man diese Spiele verbieten sollte, bei der Überleitung des Sprechers: „Dieser Paragraph – Streitpunkt auch im Berliner Bundesrat vor wenigen Tagen. Bayern und Niedersachsen fordern das Gesetz explizit auf, Killerspiele zu erweitern. Nur so könne man sie tatsächlich verbieten und die Hersteller bestrafen.“

Die Politik und die Folgen

Aber dann kommt er! Uwe Schünemann, Innenminister von Niedersachsen und erklärt, wieso sie diese Spiele verbieten wollen:
„Der § 131 hat ja bisher überhaupt nicht gewirkt, und wenn man sogar bei der Spielanleitung aufgefordert wird, zunächst einmal jemanden zu quälen und dann kriegt man mehr Punkte bevor man dann mit der Kettensäge den Kopf absägt, dann ist das etwas, was ich nicht verstehen kann, dass das überhaupt hergestellt werden muss. Und deshalb muss so etwas auch verboten werden.“

Ach… von welchem Spiel redet Herr Schünemann? Immer bringst er die gleichen Beispiele von den Kettensägen, dem Foltern und den Punkten. Er hat verlauten lassen, dass er so etwas nicht mal gespielt hätte, sondern dass er sich solche Gewalt hätte zeigen lassen (vermutlich von seinem Freund Christian Pfeiffer, mit dem er gemeinsam die USK verbieten will, damit Herr Pfeiffer das Vakuum der USK ausfüllen kann). Der wichtigste Teil ist aber: „dann ist das etwas, was ich nicht verstehen kann, dass das überhaupt hergestellt werden muss. Und deshalb muss so etwas auch verboten werden.“ Aha. Herr Schünemann versteht es nicht und deshalb muss es verboten werden? Sehr bezeichnend für die gesamte Debatte.

Richtig polemisch wird der Sprecher dann, wenn es zur Justizministerin geht

Die Bundesjustizministerin allerdings sträubt sich beharrlich. Für sie ist die aktuelle Bundesratsinitiative schlicht überflüssig, sie glaubt ungerührt an die Wirksamkeit ihres Paragraphen. Lästige Nachfragen.“ Hier wird durch Wortwahl sehr deutlich, dass der Bericht keinesfalls informieren möchte, sondern sich nur billiger Meinungsmache bedient. Als Justizminister würde ich mich auch sträuben so einen demokratiefeindlichen Unfug und Zensurmaßnahmen des Gesetzentwurfes überhaupt lesen zu müssen, da er schlicht überflüssig ist. Achja… und es ist nicht ihr Paragraph, sondern der Paragraph des Strafgesetztbuches. Der Bericht will Frau Zypries hier als unentschlossene und schwache Politikerin darstellen, um die eigentliche Aussage des Berichtes „Killerspiele gehören verboten!“ zu unterstreichen.

Auf die Nachfrage, was gegen eine explizite Nennung des Verbotes von Killerspielen spreche, erklärt die Justizministerin Brigitte Zypries genauso genervt wie ich es wohl wäre (übrigens ist sie Mitglied der SPD, wird sie deswegen vielleicht so in dem Beitrag kritisiert?): „Wir haben die Killerspiele in § 131 verboten. Mir hat noch niemand erklärt, was er besser machen will, als das, was im Moment im Strafgesetzbuch steht.“ Ja, Recht hat sie. Der Gesetzentwurfder CSU bringt keinerlei Mehrwert gegenüber dem bestehenden Gesetz. Um direkt das Kontra zu dieser Feststellung der Justizministerin zu bringen, taucht dann Günther Beckstein auf, Innenminister von Bayern und die treibende Kraft hinter dem „Killerspiel“-Begriff und der ganzen unseeligen Diskussion.

Mit dem heutigen Gesetz kommen wir nicht aus, weil die Anwendung des Gesetzes von Staatsanwaltschaft und Gerichten zu restriktiv gehandhabt wird, dass es faktisch nicht zu einem Verbot von Killerspielen ausreicht. Das ist die Erfahrung aller Praktiker und da hilft es mir nichts, wenn die Justizministerin als Privatperson eine andere Meinung hat, sondern wir müssen das Gesetz so fassen, dass es eindeutig ein Verbot virtueller Killerspiele beinhaltet.

Realsatire. Man möchte Lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Beckstein stellt fest, dass die Anwendung der bestehenden Gesetze nicht streng genug gehandhabt wird. Also fordert er die Verschärfung der Gesetze, umgeht damit aber seine eigene Argumentation, dass die Umsetzung der bestehenden Gesetze nicht ausreichend sei. Zudem davon zu sprechen, dass die Justizministerin als Privatperson ihre eigene Meinung nicht mit einfließen lassen soll, ist einfach lächerlich. Frau Zypries handelt aufgrund bestehender Gesetze, während Beckstein, Stoiber und Schünemann ein Medium verbieten wollen, weil sie es nicht verstehen und als Schund empfinden. Ist es nicht erschreckend, dass diese Leute mit derart mangelhafter Rhetorik und ohne Vorbringen von Argumenten so hoch in der politischen Landschaft unseres Staates stehen? So, dann noch mal flott betroffen machen…

Übrigens: jeder zweite 15jährige in Deutschland hat ein derartiges Killerspiel schon ausprobiert“... und zuerst eine Szene aus Doom3 (Keine Jugendfreigabe), dann aus Condemned (Indiziert) und wieder aus Doom3 zeigen. Anstelle hier nun darauf hinzuweisen, dass hier tatsächlich Handlungsbedarf besteht, dass Jugendliche nicht mehr an Spiele gelangen, die nicht für sie freigegeben sind, wird lieber weitergeschaltet. Wieder erscheint Albert Bischeltsrieder vom bayrischen Landeskriminalamt: „Bei diesen Spielen ist es wirklich vielfach so, dass man als Ermittlungsbeamter eine gewisse Hilflosigkeit fast fühlt, wenn die gesetzlichen Handhaben einfach nicht ausreichen, gegen derartige Spiele vorzugehen.“ Wieder Hilflosigkeit der Behörden,“Killerspiele“ sind nicht nur abartig, sondern man darf sie noch nicht mal verbieten. Dieses arme Deutschland mit seiner freien Meinungsäußerung und der Freiheit eines Erwachsenen innerhalb der geltenden Gesetze das zu tun, was er für richtig hält. Da wäre doch der „starke Staat“, den Stoiber immer so gerne in seinen Reden gefordert hat an der Reihe, um noch mal so richtig aufzuräumen. Die Verbotsforderungen von Schünemann und Beckstein zeigen eine sehr gefährliche Geisteshaltung. In der Vorstellung dieser Menschen scheint ein Gesetz nur zu funktionieren, wenn eine bestimmte Zahl von Verstößen erkannt und bestraft werden. Das ist in etwas so, als würde man eine Verschärfung des Gesetzes gegen Mörder fordern, weil die Zahl der verhafteten Mörder gering ist, ungeachtet einer zurückgegangenen Zahl von Morden. Die Forderung nach einem Erwachsenenverbot, weil die Leute von 18 bis 25 oftmals jüngeren Bekannten Spiele besorgen würden, ist ebenso absurd. Nach der gleichen Logik müsste man Alkohol, Zigaretten und PKWs verbieten, denn dabei besteht auch die Gefahr, dass Ältere sie Jüngeren zur Verfügung stellen.

Und um das ganze abzuschmecken, die Abmoderation von Anja Reschke:
Sollte es doch irgendwann mal zu einer Verschärfung der Gesetze kommen, haben die Hersteller solcher Computerspiele schon mal angedroht, dann ins Ausland abzuwandern. *achselzucken* Na dann.

Das Ausland wird sich sicherlich freuen, wenn der deutsche Staat profitable Unternehmen wie etwa Crytec rausschmeißt. Fähige Software-Entwickler für Videospiele spülen zig Millionen in die Staatskasse. Frankreich, Kanada und auch die USA bieten sogar wirtschaftliche Anreize, damit sich Spielehersteller bei ihnen niederlassen. In Frankreich wurden sogar Legenden der Videospielbranche vom Staat geehert, weil sie Kultur geschaffen hätten. Von dem Standpunkt unseres französischen Nachbarn ist die BRD aber noch viele Jahre entfernt. Leider.

Reaktion auf die Kritik

Der Sturm der Proteste kam bereits schnell bei der Redaktion von Panorama an und sie veröffentlichten eine Stellungsnahme zu dem Beitrag. Allerdings wirkt dieser sehr unglaubwürdig, fast so, als läge der Redaktion ein anderer Film vor…

1. In unserem Beitrag geht es nicht darum, generell Computerspiele zu verunglimpfen oder ein generelles Verbot zu fordern. Es geht um die politische Verbotsdebatte sog. Killerspiele, die die „Jagd und das Töten von Menschen oder menschähnlichen Avantaren in besonders brutaler Form“ zum Inhalt haben.
2. In unserem Beitrag wurde auch über „Call of Duty“ berichtet. Wir haben im Text sehr deutlich gemacht, dass es sich dabei um die „Internet-Version“ handelt, in der sog. Clans gegeneinander antreten können. Auch die von uns befragten Spieler haben dabei geschildert, dass in dieser Online-Variante Rollen wie „Nazis, Amerikaner oder Russen“ gespielt werden können. In einem der von uns gezeigten Internet-Mitschnitte haben Amerikaner gegen Deutsche gekämpft. Dort kann auch die Version „Death Match“ gespielt werden, „möglichst viele Menschen zu töten“.
3. Wir haben im Bezug auf Call of Duty deutlich gesagt, dass man Zusatzmodifikationen wie Hakenkreuze oder SS-Runen über das Internet downloaden kann. Und zwar illegal! Das heißt, derartige Symbole sind in der deutschen Originalfassung des Herstellers nicht enthalten. In der amerikanischen oder britischen Variante hingegen sehr wohl.
4. Call of Duty wird vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs gespielt. Niemand hat platt behauptet, dass User durch dieses Spiel zu Rechtsextremen würden. In unserem Beitrag sind zu Call of Duty zwei Positionen zu Wort gekommen. Der „Spieler“ macht deutlich, dass der politische Hintergrund für ihn keinerlei Bedeutung hat, und der Interviewpartner der Internetsicherheitsfirma hat seine Meinung zu Ausdruck gebracht, dass durch dieses Spiel der Zweite Weltkrieg verharmlost würde. Wir halten eine Diskussion darüber für absolut zulässig und angemessen, zumal beide Positionen gehört wurden.
5. Im Bezug auf GTA – San Andreas haben wir im Text deutlich daraufhingewiesen, dass die gezeigt Spielvariante nur illegal über das Internet mit Sex-Szenen erweitert werden kann. Zitat: „Was man nicht an der Ladentheke kaufen kann, kann man sich problemlos aus dem Internet herunterladen“. Auch die Zusatzpatches für gewaltsame sexuelle Handlungen sind problemlos herunterzuladen, auch wenn wir diese nicht im Detail gezeigt haben. Deutlich wird dadurch auch, dass die offizielle Handelsvariante diese Szenen nicht enthält.
6. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass in unserem Beitrag nicht über die Wirkung sog. Killerspiele diskutiert wurde. Wir haben nicht behauptet, dass Spieler, sog. „Ego-Shooter“, automatisch zu „Amokläufern“ würden oder auch im realen Leben zu den Waffen greifen.

Muss ich dazu noch was sagen? Ja: Eskapismus.

Wer hat es geschrieben?

Thomas Berndt, der Autor des Beitrags, ist sogar Gewinner des Grimme-Preises.In der Begründung für den Preis, findet sich folgender Abschnitt „Der Beitrag [..] vereint journalistische Tugenden der Recherche und der zurückhaltenden Stellungnahme. Dabei vermeiden die Autoren jede Sensationshascherei und falsche Emotionen.“ Sehr seltsam, denn der Panorama-Beitrag leistet genau das Gegenteil. Über seine Mitautorin Sonia Mayr konnte ich allerdings noch nichts herausfinden. Für Hinweise wäre ich dankbar!

Exkurs über den „Experten“ und seine Firma

Die Firma des Herrn Weingartenist darauf spezialisiert Filtersoftware zu erstellen. Das es natürlich im Interesse dieser Firma liegt, wenn Killerspiele negativ dargestellt werden, wird ebensowenig erwähnt, wie die Tatsache, was die Firma Pan Amp denn nun überhaupt macht (je nach Darstellung könnte man auch behaupten, dass sie ihr Geld mit Zensur verdienen…). Gezielte Unterschlagung von Information oder Schlamperei? So oder so, nicht sehr rühmlich. Achja, die Homepage der Sicherheitsfirma für das Internet kann man im übrigen nicht sehen, wenn man aus Sicherheitsgründen JavaScript in seinem Browser deaktiviert hat…

Aber in der Pressemitteilung wird endlich mal Killerspiel definiert: „Killerspiele beinhalten die Jagd und das Töten von Menschen oder menschenähnlichen Avataren in mehrdimensionalen Welten.“ Joah, zählen Moorhühner als menschenähnlich? Also niedlich sind sie ja… zwei Arme, zwei Beine, ein Kopf, in verschiedenen Versionen sogar menschliche Kleidung… könnte hinkommen denke ich. „Ego-Shooter, die Jagd auf Roboter oder Aliens ermöglichen, wurden nicht den Killerspielen zugeordnet.“ Nicht menschenähnlich genug? Mhm, dann lag ich mit meinen Moorhühner wohl falsch. Dann ist Gewalt gegen Nicht-Menschen ja immer noch okay…. irgendwie rassistisch, oder?Aber halt! Ich habe eine schöne Stelle übersprungen! „52 vakante Computerspiele„. Hä? Vakant? Frei, leer, nichtssagend? Was sind nichtssagende Computerspiele, wieso steht das Wort dort? Wollte man einfach einen gelehrsamen Begriff verwenden ohne dessen Bedeutung zu kennen? Oder ist dies nun billige Rhetorik von mir? Das kann ich allerdings nicht toppen: „Call of Duty, mit 32.614 gegründeten Clans, von dehnen 11.754 Clans mit einer durchschnittlichen Zahl von 4 Online-Soldaten aktiv sind und mehr als 30 Stunden pro Woche online töten.“ Wieso werden die Clans genannt, ist es schlimm sich für ein Spiel zu organisieren? Online-Soldat sollten die sich sichern lassen, der Begriff hat bestimmt Zukunft. Wieso konnte ich meinen Dienst am Staat nicht auch online als Soldat, statt physisch als Feuerwehrmann ableisten? Aber scheinbar existieren tatsächlich Menschen in der virtuellen Welt, die einen guten Teil ihrer Zeit darauf verwenden, andere Online-Soldaten zu töten. Hihi… Online-Soldaten *kicher*. So wie die es schreiben, ist der virtuelle Krieg ja scheinbar schlimmer als die Heldentaten unserer Bundeswehr in Afghanistan. Die töten viel weniger Stunden pro Woche andere Leute, naja sind ja auch viel weniger Leute da als bei CoD online. „Tatsächlich ist kein einziger kultureller Wert in den tagtäglichen Online-Schlachten auch nur ansatzweise zu erkennen, an denen Woche für Woche mehr Online-Soldaten teilnehmen.“ Seit wann gilt das Spielen und Kommunizieren mit anderen Menschen auch als kulturelle Leistung? Und muss eine Tätigkeit oder ein Medium einen kulturellen Mehrwert, oder nur ein kulturell akzeptiertes Medium sein, damit man es erlauben kann, dass Woche für Woche mehr Menschen sich freiwillig entschließen dieses zu konsumieren? Achja… und selbst der Deutsche Kulturrat gesteht dem Medium einen kulturellen Wert zu. „So konnten fortlaufend mehr als 250.000 Spieler auf Servern der Call of Duty Spiele-Familie analysiert werden.“ Die Spieler wurden… analysiert? Meint man vielleicht festgestellt? Analysiert bedeutet eine „ganzheitliche, systematische Untersuchung, bei der das untersuchte Objekt oder Subjekt zergliedert und in seine Bestandteile zerlegt wird und diese anschließend geordnet, untersucht und ausgewertet werden.“ (Wikipedia) Oder hat die Firma eine Viertelmillion SPIELER vivisektiert? Na okay… nicht ausufernd werden. Aber wenn sie trotzdem analysiert meinen, dann hat diese Firma Daten von einer Viertelmillion Spieler gesammelt. Ob man bei der Firma Pan Amp auch Filterprogramme gegen die Firma Pan Amp bekommen kann, damit sie einen nicht mehr ausspioniert? „Auch die Tatsache, dass verfassungsfeindliche Symbole spielerisch immer leichtfertiger in Killerspielen zum Einsatz kommen, ist alarmierend.“ Genau. Ein Hakenkreuz im Spiel und ZACK ist das Game auf dem Index, wenn es nicht sogar beschlagnahmt wird. Das wissen auch die Hersteller und bringen für den deutschen Markt entsprechend zensierte Fassungen. Wo die verfassungsfeindlichen Symbole auftauchen, darauf geht man nicht ein. Und zum Abschluss DER Satz überhaupt:

Jeder Innenminister, der Killerspiele nicht unmittelbar in die rechtlichen Schranken verweist, versündigt sich an den Online-Spielern und an der kulturellen Harmonie in Europa“ so Weingarten abschließend.

Ich wäre fast vom Stuhl gefallen vor Lachen. Die ganze Formulierung ist so extrem und platt, dass die Wirkung ins Gegenteil verkehrt wird. Hier noch ein Hinweis an Herrn Weingarten: Killerspiele werden durch §131 bereits in ihre rechtlichen Schranken verwiesen. Mhm… ob sich Online-Soldaten an der Kulturellen Harmonie Europas wirklich versündigen können? 😉

Es findet sich zwar auch der Hinweis, dass „die Ergebnisse der Studie [… ] europaweit veröffentlicht [werden]„, doch leider nicht für alle. Ein Mitglied der Spielkultur-Mailingliste hat allerdings eine Anfrage an die Firma gestartet, da es ja durchaus gerechtfertigtes Interesse an der Veröffentlichung ihrer Studien gibt. Herr Weingarten hat bisher allem Anschein nach noch nichts in die Richtung der Computer- und Videospielforschung veröffentlicht, aber die Studie könnte ja seine erste Publikation sein. Naja, die Inhalte und Ergebnisse der Studie wären Teil aktuellen Vorträge der Firma. Vielleicht erfreuen sie ja auch mal die Öffentlichkeit mit ihren Daten. Aber Herr Pfeiffer tut dies ja auch nicht und gilt deswegen in wissenschaftlichen Kreisen als ziemliche Luftpumpe. Trotzdem sieht man ihn immer wieder mit hochrangigen Politikern, die ihn als fachkompetenten Wissenschaftler hinstellen. Vielleicht hat Herr Weingarten ja auch so viel Glück.

Blogosphäre reagiert

Das Web 2.0 ist toll, denn jeder ist hier animiert und motiviert, Themen kritisch zu hinterfragen. Das Web 2.0 ist vor allem aber auch ein Phänomen der Jugendlichen (naja, sagen wir mal bis um die 30…) und die sind großteilig mit Computerspielen aufgewachsen. Natürlich ist die Hemmschwelle sich aufzuregen recht niedrig, wenn ein persönliches Hobby derart angegriffen wird, gerade durch so miserable Beiträge wie den von Panorama. Was haben die Videospiele eigentlich getan, um einer solchen Medienkritik ausgesetzt zu sein? Das ist doch ein Milliardengeschäft, wo ist die Lobby? Weiteres zum Thema haben schon andere Blogger geschrieben. Aber nicht nur die Blogosphäre schreibt, sondern auch Newsseiten, wie Golem. Der Bericht verdeutlicht auch, welche krassen inhaltlichen Fehler in dem Panorama-Bericht zu finden sind.

Fazit

Der Bericht wirkt so, als sei er nicht nur an einem CSU-Stammtisch recherchiert, sondern auch geschrieben. Seltsam ist auch, dass in dem gesamten Beitrag kein Wirkungsforscher, kein Soziologe, kein Jugendschützer oder Psychologe zu Wort kommt. Selbst der sonst medial omnipräsente Herr Pfeiffer ist nicht zu sehen, oder wird gar zitiert. Diese Leute hätten etwas über die Auswirkungen der Gewaltspiele sagen können und warum sie verbieten, bzw. nicht verbieten sollte. Stattdessen gibt es nur schlecht recherchierte Bilder, populistische Meinungen und argumentfreie Politikersprüche. Als Videospieler musste ich in den letzten Monaten ja ein dickes Fell beweisen. Ich und Millionen andere wurden mit Amokläufern, Terroristen, Kinderschändern und wie hier bei Panorama mit Nazis und Vergewaltigern auf eine Stufe gestellt. Man könnte nun die Flinte ins Korn werfen und sagen: Diese Leute sind alt und verstehen dieses Medium nicht, wie es bereits mit Comics, Punk, Rock’n’Roll, Kino und unendlich vielen anderen Sachen der Fall war. Dann könnte ich meine Abende mit etwas anderem verbringen, als zig Stunden seitenlange Artikel für ein Blog zu verfassen, was kaum einer liest. Doch das wäre falsch. Nur weil es sich sowieso irgendwann von selbst regeln wird, sollten wir uns nicht diese Behandlung gefallen lassen. Videospieler sind nicht mit Amokläufern, Terroristen, Kinderschändern, Nazis und Vergewaltigern in einem Atemzug zu nennen! So etwas darf man sich nicht gefallen lassen!

Ihr habt auch eine Stimme. Nutzt sie. Seid kritisch, hinterfragt Fakten, klärt Leute in eurer Umgebung auf.

Der Kampf gegen die Dummheit hat gerade erst begonnen!

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7 Kommentare

  1. Thomas Michalski said,

    Sehr langer, aber auch sehr guter Artikel, gefällt mir…

    Nur noch eines anbei:
    „to answer the call of duty“ ist eine gänige englischsprachige Formulierung und wird idR mit „dem Ruf der Pflicht folgen“ übersetzt, insofern ist der Einsatzbefehl wirklich Unfug.
    Das weiß sogar leo.org … aber hey, wenn Panorama für nichts recherchiert, warum sich dann auch mit langweiliger Sprache aufhalten…

    Grüße,
    Thomas

  2. leon said,

    dieser Beitrag entspricht dessen, was die meisten Menschen die sich mit dieser Materie auskennen so zu Weissglut bei der Panorama-Sendung gebracht wurden. Denn so eine Diskriminierung als auch “ Populistische Hetze “ gegen die immer noch nicht klar diffinierten “ Killerspiele “ als auch Spieler hab ich seit langem nicht erlebt. Somit Begrüsse ich die daraus entstandene Welle des Aufstands. Ich hoffe das man in naher Zukunft eine objektive Berichterstattung erblicken kann, die sich mehr mit den der Thematik und den jeweiligen Problematik befasst.

    MfG Leon M.

  3. jassy said,

    ciao sajo, ich finde es auch ziemlich abartig wenn Menschen die oft selbst noch Kinder sind zum Spass auf Menschen schiessen, auch wenn es sich dabei nur um virtuelle handelt. Wenn es denen nur um den Schiess-Sport ginge, wäre das ganze perfekt simulierte Blutbad, Schmerzensschreie, Gemetzel, Vergewaltigungen und Abschlachten doch gar nicht nötig. Warum müssen es denn überhaupt Menschen sein auf die man zielt, oder die hier virtuell zu Tode gequält werden, wieso gehen die nicht in den Schützenverein und schiessen auf Zielscheiben ? Wenn es also wirklich um das simulierte Töten von Menschen geht und nicht nur um „harmlosen“ Waffenfetischismus, dann trifft das Wort Killerspiel doch tatsächlich zu, alles andere wäre eine völlig ignorante Verharmlosung. Das sollte man sich bewusst machen.
    gruss, eure Jasmin

  4. Settembrini said,

    Panorama ist immer so gewesen. Mit allen Themen. Die waren immer auf Hysterie aus, nur Monitor ist/war schlimmer.
    Insofern hat die Sache ein Gutes: Verblendete Jugend erkennt die Schlechtigkeit der ARD.

  5. Martin said,

    Boxen ist brutaler als jedes erdenkliche Computerspiel jemals sein könnte und es ist gesellschaftlich anerkannt.
    Warum wird überhaupt über etwas was es nicht gibt soviel Wirbel gemacht?

    Virtuelle Gestalten kann man nicht anfassen, lecken oder riechen.
    Wenn man in einen Baum ein I Love You zeichen reinrizzt, so ist das viel gewalttätiger als würde man einen Ego-Shooter spielen.

    Auch die Aussage das man selber in das Geschehen eingreift in Computerspiele ist falsch.
    Man kontrolliert nur eine Spielfigur die auf andere Spielfiguren schießt.
    Was braucht man, um einen Menschen zu täuschen, ob etwas Totes lebt?
    Anscheined reichen für viele das es sich bewegen kann und man keine Fäden sieht (wie bei einer Marionette) und man mit 2 Sinnen des Menschens warnehmen kann.
    Doch wie kann man so sehr diese Spiele hassen und Lügen zuverbreiten, nur um diese „Killerspiele“ (Ego-Shooter) zu verbieten?
    Wir Menschen rotten mit unserem Verhalten und unserem Egoismus soviel Leben aus und wollen dann noch entscheiden das virtuelle Spielfiguren auch lebendig sind?
    Leben bedeutet soviel. Wie kann man nur behaupten das Virtuelles lebendig ist. Es ist noch nichtmal Tod.
    Alles passiert doch in unserem Gehirn. Alles wird uns vorgetäuscht.
    Jeder kann ein Computerspiel ganz anders interpretieren.
    Wenn etwas nicht tod oder lebendig ist, wie kann es sein das man soetwas töten kann?
    Wenn man diese „Killerspiele“ nur mit 2 Sinnen von 5 Sinnen wahrnehmen kann, wie kann es sein, dass es so einen großen Einfluss in uns aufnimmt, dass man einen Amoklauf auf dieser Basis verüben kann?
    Wie kann es sein, dass „Killerspiele“ von sehr intelligenten Menschen nur hergestellt werden können und diese nicht diese Gefahr sehen wie unsere Medien und Politiker? Und man muss sehr intelligent sein solche Killerspiele zu programmieren und zu gestalten.
    Wie kann es sein, dass Ego-Shootergegner legal Menschen, die solche Vorlieben haben, als perverse lüstende Killer darstellen können ohne mit juristischen Folgen rechnen zu müssen?
    Wie kann es sein, dass Kinder so oft alleine ohne Erziehung in ihrem Leben selber die Welt entdecken müssen und nur der Computer und Fernseher ihnen die richtigen Werte beibringen muss/sollte?
    Wie kann es sein, dass man von dem man keine Ahnung hat einfach versucht eine Nachricht oder einen Bericht zu verfassen und soviele Fehler macht, dass man denken könnte der Bericht wurde von Sonderschülern verfasst?
    Wie kann es sein, dass es in Deutschland nur noch lobbyistische Gruppierungen gibt und man als einzelner so gut wie keine Chance hat eigene freie Meinungen in der Politik durchzubringen?
    Die Medien sind nunmal das Abbild der Gesellschaft.
    Der Mensch ist nicht der Maß der Dinge.
    Die Welt würde viel besser zurecht kommen wenn es den Menschen nie gegeben hätte.
    Mit was für einem Recht leben wir den eigentlich noch auf dieser Welt?
    Wir haben so ziemlich alles falsch gemacht was man hätte falsch machen können. (Klimaerwärmung, Kriege, Atombomben, Abtreibungen …)
    Klar gibt es Ausnahmen.
    Und dann beschwert man sich über Ego-Shooter.
    Jede Abtreibung ist brutaler als jedes gewaltätige Computerspiel und es ist legal das zu tun.
    Man kann legal Menschen killen in Deutschland.
    Einen Menschen der noch nichtmal auf der Welt ist zu töten ohne das er eine Chance hat sich überhaupt in irgendeine Art und Weise zu wehren das ist ok. Weil der Mensch ist ja noch nicht fertig. Der Prozentbalken ist ja noch nicht bei 100% angekommen.
    Wirklich.
    Gewalt ist für mich wenn ein Mensch, Lebewesen oder eine Sache verletzt/beschädigt wurde.
    Nun frage ich mich allerdings wo das bei solchen Killerspielen auftritt.
    Gewalt kann allerdings auch dargestellt werden wenn kein Mensch, Lebewesen oder eine Sache verletzt oder beschädigt wurde.
    Dann muss man allerdings diese Gewalt in das was man aufgenommen hat hineininterpretieren.
    Das bedeutet Gewalt in Computerspielen zerzeugen wir selber.
    Die Quelle der Gewalt muss bei etwas anderem liegen.
    Ich hoffe ich konnte euch aufklären.

    Bye Bye.

    Und id-software ist kein Massenkillerausbildungsunternehmen.

  6. Firew@lker said,

    Hallo allerseits,

    ich muss sagen: Respekt! Sogar maximum Respekt!

    Natürlich gehören Computerspiele insbesondere „Killerspiele“ verboten.
    Am besten sollte man sie öffentlich auf Scheiterhaufen verbrennen.
    Damit haben wir doch schon vor ca. 70 Jahren die besten Erfahrungen gemacht (o.k. o.k. damals waren es Bücher… die die Jugend oder das Volk nicht verderben sollten)

    Oder besser noch, die User gleich mit verbrennen.
    Auch damit gibt es doch einschlägige Erfahrungen (O.K. O.K. anstatt Hexe, Hexe, Hexe… muss man dann Gamer, Gamer, Gamer… rufen) und es hat sich bei Themen die die Obrigkeit nicht kennt oder versteht oder verstehen will (?) als probates Mittel zur Ausrottung des Übels bewährt.
    Anschließend sorgen wir (die bestens, nicht populistisch, keinesfalls einseitig informierten) Mitbürger dafür das Herr Beckstein, als unser Heilsbringer, als alleiniger Weltherrscher in das Pontifikat erhoben wird.

    Und wir werden sehen, alles wird gut.

    Nie wieder Amokläufe,keine Drogen, keine Gewalt an Schulen, keine Kriminalität (ja,ja, dass heisst auch keine korrupten Politker) das perfekte Familienidyll, etc. etc.
    Es wird unser Utopia, ein starker Staat der alles für uns regelt und in seiner unermesslichen Weisheit erkennt was gut für uns unmündigen Schafe ist.

    Kurz gesagt: „Schaltet ruhig das denken ab, Papa Staat übernimmt ab hier“

    Aufgrund dieser Ausichten möchte ich meinen Kommentar mit einem Zitat von Max Liebermann beenden:
    „Ich kann gar nicht soviel fressen, wie ich kotzen will“

    Mfg

    Firew@lker

  7. pompini said,

    sono eccitato circa questo luogo, buon lavoro!:)

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