The inevitable return of the Blog

20. Juli 2007 at 00:10 (Allgemein, Rollenspiel)

Tja, da bin ich wieder.

Einige Monate hat es gedauert, seitdem das letzte mal hier etwas geschrieben wurde. Und das hat durchaus Gründe. Mein Studium ist bis auf die Magisterarbeit abgeschlossen… und das mit nicht einmal schlechten Noten. Anstatt über Rollenspiele zu schreiben, diskutiere ich lieber über jene beim zweiwöchentlichen Rollenspielstammtisch hier in Aachen. Dort bin ich berüchtigt für mein Beharren auf Regeln und dem Ablehnen der Herrschaft eines „Meisters“ über „seine“ Spieler. 😉

Des weiteren habe ich nun ganze zwei Rollenspielrunden. In der ersten haben wir vor zwei Wochen eine einjährige Earthdawnkampagne mit epischem Weltenrettenplot beendet und beginnen bald mit einer noch viel epischeren Exalted-Kampagne. In der anderen Runde starten wir gerade mit Shadowrun 4, die sich zwar zu selten trifft, aber dafür ausgezeichnet läuft. Wir verbringen Stunden mit Planen sowie taktischem Vorgehen und unser SL geht sehr gut auf die Freiheiten in der Planung ein.

Achja… und ich habe zwischenzeitlich auch wieder dem Teufel World of Warcraft gehuldigt, was eine sehr gehörige Portion meiner Zeit gefressn hat. Aber irgendwie fühle ich mich, trotz des eigentlich „unendlichen“ Spielerlebnisses der Onlinerollenspiele so, als hätte ich WoW durchgespielt. Anstelle stupide Rohstoffe abzubauen oder eine Instanz für bessere Ausrüstung zu entvölkern, schreibe ich daher lieber wieder was für meinen Blog.

Was habe ich in all den Monaten verpasst zu schreiben? Jede Menge… hier erstmal zwei Themen, die mir noch im Kopf herumschwirren:

Shadowrun – Spiel für die Xbox 360 und den PC
Es ist erschienen, ich habe die Demo auf der Xbox 360 gespielt. Das Spiel an sich ist eher Durchschnitt, die Trainingsmissionen sind recht lahm und gegen Bots zu spielen statt gegen Mitspieler ist eher öde. Natürlich hat es, wie bereits abzusehen war, nichts mit Shadowrun zu tun. Wie blöd kann man eigentlich sein? Man kauft ein Franchise und verdreht es dann bis zur Unkenntlichkeit? Die Fans sind entsetzt und die, die es nicht kennen, interessiert der Name nicht. Lizenz verschwendet. Aber… man kann hoffen, da die Entwickler die berechtigte Kritik der Fans verstanden haben, und die Möglichkeiten für ein Shadowrun-Rollenspiel abwägen. Aber wie soll das dann mit dem aktuellen Titel kompatibel sein?

Requiem oder Revolution?

Tja, chronisch veraltet diese Gedanken… oder doch nicht? Steht der deutsche Rollenspielmarkt vor der endgültige Apokalypse oder ist es eine notwendige Feuerbrunst, aus deren Asche sich die Szene neu gestärkt erhebt?

Fanpro ist als Rollenspielverlag gescheitert, bzw. hat aufgegeben. Der Envoyer wird eingestellt, was mich überhaupt nicht kümmert, da ich ihn niemals gekauft habe und die Ausgaben die mir geschenkt wurden nicht sonderlich gefallen haben. Der Dragon und der Dungeon werden nicht mehr erscheinen, was für den deutschsprachigen Markt weniger relevant ist… obwohl der sich hier wohl auch sehr gut verkauft hat. GW zeigt sich mit anhaltend schlechten Verkaufszahlen und fährt eine selten dämliche Politik, indem sie z.B. ihr eigenes Rollenspiel nicht in ihrer Ladenkette verkaufen und Fanfilme verbieten. Schließlich soll mit dem eigenen geistigen Eigentum kein Schindluder getrieben werden… joah, den engagiertesten Fans richtig zwischen die Beine zu treten… echt eine tolle Idee. Wie ärmer wäre Star Wars, wenn es nicht solche Fanwerke wie Ryan vs. Dorkman gäbe! Immerhin gab es im aktuellen White Dwarf zumindest den Hinweis darauf, dass ein neues Buch für das Rollenspiel erschienen sei. Werbung für die deutsche Ausgabe, oder alleine der Hinweis, dass es eine solche gibt, findet man aber nicht.

Tja, mit dem Shadowrun Videospiel wäre es ja ein interessanter Zeitpunkt, um Leute für das Rollenspiel zu werben. Aber momentan wissen ja nichteinmal die Lizenznehmer in Amerika, wie es weitergehen soll. Dies wurde zumindest noch einmal auf dem letzten Feencon vom ehemaligen SAR-Team bestätigt.

Feencon 2007

Ich war wieder das Wochenende über da und habe mich aufs köstlichste amüsiert. Konstant diskutiert, gelästert, gespielt und getestet. Direkt Samstag habe ich DSA gespielt. Ja, ich habe DSA4 gespielt und es lief etwas besser als erwartet. Das Szenario hieß Sphärenklänge und war… sehr von der Musik des Erich Zann aus Cthulhu inspiriert. Das Abenteuer über geschahen diverse magische Phänomene, einfach nur um den SL zu amüsieren, da die Spieler nichts dagegen tun konnten. Irgendwann kam dann auch mal Plot dazu, als Leute in schwarzer Lederkleidung irgendjemanden entführten. Warum wurde nicht klar, erst recht nicht, wieso der Entführte wohl ein Doppelgänger von jemand anderem war. Wir gerieten irgendwie irgendwann zu einem Haus, wo man ein Ritual störte, was die Vernichtung des Hauses zur Folge hatte. Fazit: Ja, so kenne ich DSA. Der Plot läuft ab, der SL amüsiert sich darüber wie clever alles ist, die Spieler haben aber keine Möglichkeit zu durchschauen worum es geht und was man dagegen tun kann. Irgendwann werde ich sicher auch mal positiv überrascht. Aber meinen eher negativen Eindruck laste ich eher der Ausarbeitung des Abenteuers an, als dem System… gewürfelt wurde ohnehin wenig. Später am Abend dann eine Runde All Flesh must be eaten, wo die Charaktere sich (wie es sich gehört ;)) schon vor dem ersten Zombie gegenseitig schwer verletzt hatten. Die Figurenkonstellation war bereits auf Konflikt ausgelegt, was das Szenario zwar schwierig „zu gewinnen“ macht, jedoch toll auszuspielen war. Übrigens wieder ein dickes Respekt an southheaven, der den SL mimte. Ich war überrascht, wie gut man die Zombiestimmung aus einem Film in ein Rollenspiel transportieren kann. Alleine die Einleitung war ganz groß. 🙂

Direkt danach kam Thomas Echelmeyers Workshop zu Nischen des Rollenspiels. Eine spaßige Vorstellung von weniger bekannten (ob nun zu Recht oder zu Unrecht) Rollenspielen. Mein Favourit war Violence: The Roleplaying Game of Egregious and Repulsive Bloodshed! Schaut einfach mal ins PDF… herrlich! Eine reine Satire auf Hack & Slay in der modernen Welt. Es gibt ein System zum zufälligen Erstellen von Apartmenthäuser samt unschuldiger Bewohner, die man brutal umbringt, um ihren Kram zu klauen. Sehr überdreht, sehr schräg und sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Dass das ganze eine völlig überzeichnete Satire ist, wird im ganzen Buch mehr als deutlich. Der Autor beschimpft den Leser ständig und Erfahrungspunkte werden durch kleine Kärtchen dargestellt, die man auf der Homepage des Autors nachkaufen MUSS. Grandios!

Am nächsten Tag standen dann noch Testrunden zu Primetime Adventures und The Shadow of Yesterday an. Bei PtA bauten wir uns mit „The Intruders“ ein Szenario, in dem eine Band aus Außerirdischen auf der Erde landet, um die Bevölkerung mit Rockmusik aus der Gedankenkontrolle von Geistern zu befreien, welche die Bevölkerung mit seichtem Pop kontrolliert. Völlig abgedrehtes Szenario und ebenso die Charaktere. Nach Erstellen der Relationship-Map suchte sich jeder der vier Spieler einen der zusammen erstellten Charaktere aus, wobei ich den schwulen Pop-Prinzen erwählte, der von den Geistern kontrolliert wurde, aber ohne das zu wissen. Wir spielten das Finale der Staffel und während des Szenarios sind sehr viel abgedrehte Sachen geschehen. Trotzdem finde ich PtA nicht so toll. Wir haben eigentlich nur die ganze Zeit darüber diskutiert, was als nächstes geschehen soll, quasi das Planen der Episode. Richtig gespielt haben wir nicht, nur geplant. Aber einige der Mechanismen des „Spiels“ sind ganz interessant, wie das Generieren un der Einsatz des Budgets durch den SL, der danach den Spielern zur Verfügung steht. TSoY hat mir da besser gefallen, auch wenn das Szenario eher… rudimentär war. Die Runde diente dann mehr dazu, die Mechaniken des Spiels zu verdeutlichen. Die einzige Möglichkeit Erfahrungspunkte zu erhalten, liegt in dem Ausspielen der vorher festgelegten Eckpunkte seines Charakter. Will man ein Kampfschwein sein, dann nimmt man sich den Key of Bloodlust und kassiert XP für jeden Kampf. Ist man geldgeil, dann kassiert man jedes mal bei Gier XP, usw. Der SL weiß mit einem Blick auf den übersichtlichen Charakterbogen, was der Spieler gerne im Abenteuer sehen möchte und kann dies entsprechend einbauen. Hat mir gut gefallen, auch wenn das Kampfsystem eher umständlich, langwierig und langweilig ist.

Insgesamt wieder ein cooler Con, voller freundlicher Menschen, interessanter Spielrunden und informativer Workshops. Immerhin konnte ich den Con damit ausklingen lassen, das mich die Lodland-Redaktion bei der großen Versteigerung dafür beschimpfen konnte, weil ich ein World of Warcraft-Strategiebuch für meine Freundin erstand. 😉

Und dann war da noch…

Des weiteren liegen mir noch einige Drafts in verschiedenen Stadien der Bearbeitung vor.

Wie soll das Format des Blogs in Zukunft aussehen? Mehr kurze Beiträge, oder weiterhin wenige, dafür aber eher lange Artikel? Entscheidet mit und schreibt es mir in die Kommentare!

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4 Kommentare

  1. Jens said,

    Das soll schon so bleiben wie es ist, lieber längere und so schöne/qualitative Beiträge wie hier. Das macht viel mehr Spaß zu lesen. 🙂
    Und wärste mal bei meiner offiziell letzten DSA-Runde am Sonntag dabeigewesen, wäre dein Eindruck womöglich nicht so schlecht gewesen 😉 Immerhin saß ich überraschenderweise nicht mit einer Schwadron regelwerkgesetützter FanBoys an einem Tisch sondern einem losen Haufen Skeptiker ohne Charaktere die meinten, wenn es langweilig oder doof wird, sterben sie alle spontan und gehen Met trinken oder so. Sie sind geblieben, bis zum Schluss und es war ein richtig schönes Abenteuer (über die Ergebnisoffenheit ließ sich streiten, war eins meiner ältesten Szenarien 😉 aber am Ende hätten alle genauso gut tot oder wahnsinnig sein können)

  2. eifelarea said,

    Yay – Blogeintrag! 🙂
    Die Länge der Artikel war ab und an fast grenzwertig, aber ging für mich soweit in Ordnung. Dass der Output höher sein söllte, das muss ich dir, denke ich, nicht groß darlegen – einfach mal wieder öfter was hier schreiben und dann bin ich glücklich 🙂

    Grüße,
    Thomas

  3. dgrashoff said,

    Er hat ein WoW Buch gekauft! Verbrennt ihn!! 😉

  4. Tobias/Igthorn said,

    Ah, interessanter Bericht der Feencon.

    Ich fand allerdings auch, dass wir bei PtA etwas mehr wirklich hätten spielen können. Aber ich habs wirklich eher als Test anegsehen und ich finds wirklich ein interessantes System. Das muss ich nochmal mit meiner festen Gruppe irgendwann einschieben. Und dann gibts auch mehr Color ;).

    Grüße,
    der FBI-Agent-Intruders-Fanboy

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