Let us shoot a cash cow!

30. Januar 2008 at 22:19 (Dark Heresy, Rollenspiel)

Ja, ich weiß. Zu wenig Beiträge und dann nicht mal aktuelle. Ich habe aber gut zu tun und würde diesen Beitrag nicht mal verfassen, wenn er mich nicht so aufregen würde. Es geht mal wieder um Games Workshop.

Viele von euch werden Black Industries kennen. Der Verlag hat als Tochterfirma von Games Workshop die Rollenspiele zu Warhammer Fantasy und neuerdings auch zu Warhammer 40.000 veröffentlicht. Wir erinnern uns: Die zweite Edition von Warhammer Fantasy gewann Preise (z.B. 2005 die Gold-Ennies für „Best Production Values“ und „Best Game categories“) und wurde begeistert aufgenommen und überall gespielt. Auch die deutsche Ausgabe bei Feder & Schwert verkauft sich nach ihren Angaben wie geschnitten Brot. Dazu kam jetzt das seit Jahrzehnten ersehnte Warhammer 40.000-Rollenspiel, oder besser gesagt, das erste von drei angekündigten. Dark Heresy heißt es und dreht sich um die Inquisition; man spielt darin Diener dieser Institution und erledigt Aufträge für einen Inquisitor. Das zweite Grundbuch sollte Freihändler und einige Xenos, also Außerirdische, spielbar machen. Das dritte Grundbuch sollte dann endlich die Megaseller Space Marines in Spielerhände geben. Aktuell kann man aber nicht mal das erste Buch wirklich bekommen, da die Erstauflage nicht einmal die Vorbestellungen deckt! Bei Amazon.uk steht es momentan auf Platz 26 der Bücher, bei Amazon.com auf Platz 109 und bei Amazon.de auf Platz 578. Das ist richtig, verdammt gut und ein Riesenerfolg für den Verlag und Games Workshop kann verdammt glücklich sein, schließlich ist der Laden finanziell angeschlagen. Oder? Nein, nicht Games Workshop. Diese Meldung schlug ein wie eine Bombe und verbreitete Hysterie und Unverständnis in der Rollenspiellerlandschaft. Beide Rollenspiele werden eingestellt, obwohl sie erfolgreich sind? Man will sich mehr auf Romane konzentrieren? Hallo?

Es ist ja nun schon länger bekannt, dass Games Workshop inzwischen von Managern geleitet wird, die von dem Hobby das sie verkaufen keine Ahnung haben. Das ist traurig, aber das könnte ich noch verstehen. Aber die Strategie die angewandt wird, um den Konzern aus dem Tief zu holen ist eher obskur. Da wird der White Dwarf seiner redaktionellen Inhalte beraubt und in ein sehr teures Werbeblättchen verwandelt. Da werden Einzelhändler schikaniert, indem man ihnen Neuerscheinungen versehentlich erst später zusendet, damit der örtliche Games Workshop-Laden mehr verkaufen kann. Da werden die offiziellen Foren geschlossen und sämtliches Feedback der Spieler ignoriert. Betraf das bisher nur das Tabletop-Segment, so sind nun auch die Rollenspieler betroffen. Fand ich die Politik von Games Workshop bisher eher obskur (A: „Wir verkaufen weniger Figuren!“ – B: „Dann machen wir sie eben teurer und aus Plastik, die kaufen doch eh alles!“), so stehe ich nun völlig fassungslos vor der Mitteilung. Wieso sollte man ein extrem beliebtes und gewinnbringendes Spiel einstellen? Ich kann es nur noch einmal wiederholen: die Erstauflage von Dark Heresy, dem Inquisitoren-Rollenspiel (obwohl man keine Inquisitoren spielt…) deckt nicht einmal die Vorbestellungen! Die Reviews bisher waren sehr positiv. Da gibt es Geld zu holen, wieso verdammt noch mal stellt GW das ein? Es werden nur noch ein paar Bände erscheinen und dann ist Ende. Keine Freihändler, keine Space Marines.

Feder & Schwert werden weiterhin die noch verbliebenden Produkte auf deutsch veröffentlichen, auch wenn das irgendwie so ist, als würde man ein totes Pferd reiten wollen. Aber es verkauft sich ja sehr gut, man sollte nur Produkte dafür produzieren…

Ich bin verwirrt. Verwirrt und sauer, denn ich wollte mehr Material für Dark Heresy. Das ist eine gewaltige Kundenverarsche und bei weitem nicht die erste von GW.

Ich habe schon lange aufgehört ihre Figuren zu kaufen und ihre Tabletops zu spielen. Selbst den White Dwarf, den ich seit der fünften Ausgabe oder so sammelte, habe ich Ende letzten Jahres aufgegeben, weil ich dessen erbärmliche Qualität nicht mehr mit meinem Geld unterstützen wollte.

GW, ich würde euch ja gerne mein Geld geben, aber ihr seid zu dämlich, um es zu nehmen.

edit: Der deutschen und englischen Rechtschreibung angenähert. 

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