RPC 2008 – Ein Rückblick

9. Mai 2008 at 11:27 (Con-Berichte, Rollenspiel, Tabletop, Videogames) (, , , , , , , )

Ja, nun bin auch ich dran einen Rückblick auf die RPC 2008 in Münster zu verfassen. Etwas spät, möchte man da durchaus richtig bemerken, aber ich hatte bisher einfach nicht die Muße, mich an diesen Text zu setzen. Thomas hatte ja bereits kurz nach der Messe im DORP-Blog eine Zusammenfassung geschrieben, aber ich möchte mir die Gelegenheit nicht nehmen lassen, einen eigenen und vor allem persönlichen Rückblick ins Netz zu stellen.

Wir reisten bereits Freitag von Aachen über die Eifel nach Münster, um Samstag nicht in aller Frühe los zu müssen und uns bereits vor der Messe einmal unseren Stand anzusehen. Jawohl, unseren Stand, den Stand der DORP. Wir hatten bei der Aktion Fandom mitgemacht und tatsächlich kostenlos einen Stand erhalten, an dem wir uns uns, unsere Projekte und unsere Homepage präsentieren konnten. Allerdings hatte man unseren Stand nicht korrekt ins Programmheft aufgenommen, was wir aber noch schnell am Freitag abend klären konnten. Früh genug anwesend zu sein lohnt sich eben. Nachdem wir unseren Platz markiert und gesichert hatten, gönnten wir uns dann ein wirklich verdammt gutes Abendessen bei Mr. Wok in der Innenstadt und schauten uns Münster ein wenig an. Eine sehr schöne Stadt, die sehr lebendig wirkt und wohl die fahrradfahrerfreundlichste Stadt ist, die ich je gesehen habe. Auch die Jugendherberge Aasee, in der wir uns einquartiert hatten konnte begeistern. Freundliche und kompetente Bedienung, sehr hell, sauber und modern. Auf unserem 4er-Zimmer hatten wir einen eigenen Tisch samt Stühlen und ein eigenes Badezimmer samt funktionierender Dusche. Die Jugendherberge gehört zwar zu den teureren, ist aber im Verhältnis den Preis auf jeden Fall wert.

Aber Samstag ging es dann richtig los. Früh aufstehen, frisch machen und wieder ab zum Messegelände. Dort standen wir dann vor dem ersten Problem: der Security. Man hatte uns nur vier Dauerkarten zukommen lassen und keine Presse- bzw. Ausstellerausweise, mit denen wir auch durch die Nebeneingänge in die Halle gekommen wären. Die Security wies uns ab, was an sich ja okay war. Ich ging dann erst einmal alleine um die Halle herum, schilderte dem Security-Menschen am Haupteingang die gleiche Sachlage und der ließ mich direkt sehr freundlich hinein… ohne alleine meine Dauerkarte sehen zu wollen… naja. Daraufhin ging ich dann zum Seiteneingang, wo meine Kollegen warteten und… dann reichte der Hinweis von mir, dass wir Material reintragen müssten, dass der Rest unserer Truppe in die Halle konnte. Ohne das die Karten gefordert wurden… sehr inkonsequent und nicht gerade kompetent.

Nichts desto trotz waren wir nun endlich in der Halle und hatten noch etwa eine Stunde Zeit, bis sich die Halle für alle öffnete. Ich konnte noch widerstehen vor dem Ansturm bei Age of Conan nach einem Betakey zu betteln und wir machten uns an den restlichen Aufbau. Oder versuchten es, denn bei unserem Stand warteten einige hilflose Mitglieder der Sithforce, die eigentlich einen Stand neben uns gehabt hätten. Am Abend zuvor wurde jedoch spontan entschlossen, dass man alle Stände auf der Seite um einen halben Meter verschiebt, was der Stand für nordisches Kulturgut (Odin ist cooler als Jesus) wohl nicht mitbekommen hatte und neben uns nicht mehr genug Platz für die Jungs war. Aber kurz mit der Orga geredet und auch sie fanden ihren Platz. Und wir? Wir hatten jetzt 1 1/2x so viel Platz wie gedacht und lebten das voll aus. 🙂

Während Thomas und Markus den Stand bewachten und den Leuten Xoro auf einem Monitor präsentierten, liefen Ralf und ich wie gewohnt über die Messe und drehten Interviews mit Vertretern der deutschen Rollenspielszene, die man hier finden kann. Der Samstag war ein Arsch voll Arbeit und es wird noch einige Zeit Videos alleine von diesem Tag geben. So wie ich es mitbekommen habe, war auch das Interesse am DORP-Stand, an Xoro, unseren Projekten und auch Markus‘ Zeichnungen durchaus gut. Sonderlich viel Zeit die Messe anzuschauen, hatten wir nicht und ich kam erst Samstag abend dazu, mal ein bis zwei Ecken der Rollenspielhalle zu besichten, die mir bisher entgangen waren. Erschöpft, aber sehr zufrieden mit uns selbst sattelten wir dann abends irgendwann die Hühner und machten uns (kurz von der Security ermahnt, dass wir zusammenpacken sollten) auf, die Con für diesen Tag zu verlassen. Unser Weg führte uns zu einer verrauchten Eckkneipe, in der gerade diverse Teams eine Art Mini-Turnier im Dartspielen abhielten. Auch wenn uns der Qualm und die Kundschaft doch irgendwie seltsam vorkamen, gab es dort verdammt gute Pizza und wir gingen erneut zufrieden in unsere Luxus-Herberge. Übrigens ist sie tatsächlich gut genug, dass ein größerer deutscher Rollenspielverlag dort seine gesamte Belegschaft unterbrachte und wir sie morgens beim Frühstück treffen konnten.

Sonntag morgen bot fast das gleiche Leid mit der Security wie den Tag zuvor, nur das man uns diesmal mit blöden Sprüchen versorgte und uns mit der ganzen Truppe und vollgepackt ums Gebäude schickte. Diesmal mussten wir sogar unsere Dauerkarten vorzeigen, die auch ordnungsgemäß am Haupteingang abgerissen wurden. Übrigens vom Messepersonal und nicht der Security. Ansonsten gab es erstmal mehr vom gleichen. Thomas und Markus am Stand, Ralf und ich mit Kamera und Mikro unterwegs, um Interviews zu führen. Die Interviews waren gegen mittag alle abgedreht und wir gönnten uns einmal eine umfassendere Besichtigung der restlichen Halle. Es gab neben den klassischen Rollenspielen in der Halle Nord noch die mittlere Halle, in der sich neben einigen LARPern vor allem die elektronische Zunft des Rollenspielhobbies versammelt hatte. Da gab es eine Xbox-Ecke, aus der seltsame Musik drang und wo mehrere Hostessen und Hostesser (? ;)) oftmals zockten statt Besucher. Seltsame Musik ist übrigens ein gutes Stichwort, denn der Geräuschpegel in der Halle war eindrucksvoll. Ob die Jungs vom Buffed.de-Team nun wieder einen Live-Raid hatten, Geschenke unters Volk warfen, oder ob nebenan bei Roccat die Beschallungsanlage wummerte… die Halle bot die volle mediale Dröhnung. Lärm auf die Ohren, Gerüche ins Riechzentrum und knapp bekleidete Messe-Babes fürs Auge. Etwas ruhiger hätte mir besser gefallen, aber wir waren eh weit weg. Ich hatte immerhin noch mal die Gelegenheit, Warhammer Online zu zocken. Allerdings fand ich das Szenario weniger interessant, da die Charaktere die man spielen konnte nur wenige ihrer Fähigkeiten hatten und wir auch keine Einweisung bekommen haben, was wir überhaupt tun mussten. So lief das ganze recht unkoordiniert und weniger befriedigend ab. Als dritte Halle gab es dann noch die Halle Süd, in der sich vor allem Jugger prügelten, Spielrunden stattfanden und Tabletops gezockt wurden. Aber auch hier gab es ein paar Stände, wie z.B. von der Indie-Insel, die viele kleinere Rollenspiele vorstellten und verkauften. Außerdem gab es bei ihnen coole Kugelschreiber. 😉 Draußen gab es noch einen Mittelaltermarkt, auf dem sich auch zig LARPer tummelten. Da bin ich aber nur einmal flott dran vorbeigegangen und kann nicht so viel dazu sagen.

Sonntag nachmittag hielt Thomas seinen Workshop über das Drehen von No-Budget-Filmen, der mit knapp einem Dutzend Besuchern richtig gut besucht war. Im Gegensatz zu meinem darauf folgenden Workshop über das Verfassen von Rezensionen. Dieser Workshop hatte null, in Zahlen 0 Besucher. Naja, immerhin fing er einerseits zwei Stunden vor Ende der Messe an, was an sich schon kein sinnvoller Termin war und andererseits lief im Zelt nebenan ein DSA-Workshop über die kommende Großkampagne mit Drachen. Das bekam ich deswegen heraus, weil einige Leute in mein Zelt kamen und ich sie freudig mit „Zum Rezi-Workshop?“ begrüßte und sie das nur mit einem entschuldigend gestammelten „wirwolltennurstühleholen“ quittierten. Naja, der Workshop steht, mal sehen ob er immerhin auf dem Feencon in Bonn ankommt. 😉 Derartig geistig erfrischt und motiviert, packten wir dann auch unseren Kram zusammen und machten uns auf die Heimfahrt. Und nach einigen Stunden konnte ich dann vollgepackt mit zu vielen spontanten Einkäufen vom Sonntag mittag zufrieden in die Wohnung meiner Freundin und daraufhin ins Bett fallen.

Tja, wie war die zweite RPC? Meiner Meinung nach: der Hammer! Doppelt so viele Besucher wie letztes Jahr, eine sinnvolle Verteilung der Stände (nicht so labyrintartig wie letztes Jahr), viele coole Interviews, einige Schnäppchen und viel Spaß (neben viel Stress). Das Konzept der systemübergreifenden Messe funktioniert nach wie vor und es gibt sicher einige Videospieler, die sich Tischrollenspiel, Tabletops und LARP einmal genauer ansehen. Sicherlich hätten die Verlage das noch weiter ausnutzen können, nach dem Konzept von Ulisses, die schnelle Demorunden ins Tischrollenspiel präsentiert haben. Von Feder & Schwert, die einen gemeinsamen Stand mit Ulisses hatten, hätte ich mir z.B. etwas vergleichbares für das Warhammer Rollenspiel gewünscht, da die Welt auch Videospielern bekannt ist und man gerade hier einige neue Kunden hätte werben können. Nächstes Jahr ist die RPC in Köln, was für uns von der DORP sehr viel praktischer ist. Wenn es sich einrichten lässt, wären wir sicher alle wieder gerne vor Ort. 🙂

Dinge die ich noch gerne gemacht hätte:

  • ein Interview mit den Verantwortlichen über die Messe an sich, samt ganz vieler Impressionen von der Veranstaltung
  • eine Vorstellung von Warmachine / Hordes
  • ein Interview zu Drakensang
  • endlich etwas zur deutschen Version von Shadowrun berichten können
  • einen Beta-Key für Conan gewinnen
  • und ganz viele Dinge dir mir nicht mehr einfallen wollen…

Man sieht sich auf der nächsten RPC. 🙂

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