EFC 2008 – Ein Rückblick

13. September 2008 at 13:35 (Con-Berichte, Rollenspiel) (, , , , , )

Nun ist es schon eine Woche her, das ich mich auf dem Earthdawn- und Fading Suns-Con herumgetrieben habe, höchste Zeit für einen Nachbericht, bevor das ganze in der Erinnerung verblasst.

Anreise und Con-Gelände

Dieses Jahr fand die Con mal nicht im hohen Norden statt, sondern in dem durch die Ratcon wohlbekannten Fritz-Henßler-Haus in Dortmund. Da ich erst zwei Wochen vorher dort auf dem Ratcon war, konnte ich guten Gewissens auch noch einmal die Strecke hinter mich bringen. Flott die Néo am Bahnhof in Aachen eingesammelt, die sich wie eine Schneekönigin freute, nach Jahren endlich einmal auf die Con für ihr Lieblingssystem Earthdawn gelangen zu können und dann 2 1/2 Stunden im Zug sitzen, bis der Dortmunder Hauptbahnhof in Sicht kommt. Zum Glück hatten wir uns viel zu erzählen, da ich sie und die anderen Dorpler schon länger nicht mehr getroffen hatte und es so einiges aufzuholen gab.

Samstag mittag kamen wir so fröhlich auf dem Con an, ich begrüßte die Leute die ich kannte (so 25% bis die Hälfte der aktuellen Besucher :D), blätterte durch die wunderbaren RedBrick-Bücher und entdeckte im Buch über den Schlangenfluss die wohl niedlichste Zeichnung von T’skrang-Kindern die ich jemals sah, bevor wir uns noch flott in die Stadt aufmachten, um noch Knabbereien und Getränke für den folgenden Rollenspiel-Marathon zu erstehen. Für die Con standen drei Räume des FHH zur Verfügung, die sich aber blöderweise auf drei verschiedenen Etagen befanden, also recht weit verstreut waren.

Der Fading Suns-Samstag

Los ging es recht zeitnah mit einer Fading Sun-Runde, die fast nur aus Tanelorn-Mitgliedern bestand. Es ging knackig los, denn der SL (haukrim) hatte Charaktere vorgefertigt, die bereits miteinander verknüpft waren, sowie ein persönliches Ziel hatten und Konflikte vorprogrammiert waren. Sehr fein, soetwas bekommen noch nicht mal alle meine festen Runden hin. Bevor ich hier einen ausführlichen Bericht runterschreibe, verweise ich lieber auf Jörgs Nachbericht, zuzüglich der Einschätzungen von anderen Spielern, darunter mir, im entsprechenden Tanelorn-Thread. Was mir aber auffiel und was sich auch immer stärker gesteigert auf der Con zeigte, war die relativ geringe effektive Spielzeit, bzw. Zeit „in-Game“ die am Spieltisch herrschte. Immer wieder gingen Leute rauchen, auf Toilette oder wurden abberufen, es wurde out-time diskutiert und man kam recht wenig zum Spielen an sich. Dies fiel auch bei der abendlichen Fading Suns-Runde auf, in der ich danach mitspielte.

Die Charaktere dort wurden auch gestellt, doch lag der Fokus auf gemeinsamen Arbeiten, statt Gruppenkonflikt. Es gibt effektiv um eine Schatzsuche, zu der wir erst einmal alle Teile der Karte auftreiben mussten. Ich konnte durch meine Wahl des Sternfahrers Ivan Tschekov punkten, da ich mal wieder einen Charakter mit schlechtem russischen Akzent spielen konnte. Aus irgendeinem Grund mögen Mitspieler es, wenn ich so etwas tue. Akzente geben mir immer die Möglichkeit, klar zwischen direkter und indirekter Rede, sowie in- und out-time zu trennen, weswegen ich sie gerne einsetze. Und irgendwie macht es auch den Charakter runder. 😉 Die Runde war vom Niveau her recht niedrig angesetzt, was aber allen Spaß machte… auch wenn der SL bisweilen die Hände vorm Kopf zusammenschlug. Auch wenn das Spiel viel zu oft entglitt und kaum Fahrt aufkam, war ich doch beeindruckt davon, wie der SL immer schnell reagierte und auf die (nicht plotrelevanten) Ideen der Spieler einging. Irgendwann gelang es uns dann tatsächlich das abgestürzte Schiff mit seinen Reichtümern zu bergen, aber dann begann das eigentlich schlimme… die Regeln von Fading Suns. Ufff… was ein Krampf.

Man addiert Attribut plus Fertigkeit und unterwürfelt das mit einem w20. Noch recht simpel. Sollte im Kampf gewürfelt werden, so steht dem Gegner ein Ausweichenwurf zu. Der gewürfelte Wert, sollte er unter der Summe von Geschicklichkeit plus Ausweichen liegen, wird dann von dem WURF des Angreifers abgezogen. Wenn der geworfene Angreifenwert minus dem geworfenen Ausweichenwert dann noch positiv sein, wird er dann durch drei geteilt und gibt die Anzahl der Erfolgspunkte an. Sollte man exakt auf den Wert von Attribut plus Fertigkeit plusminus Modifikatoren kommen, so werden die Erfolgspunkte verdoppelt. Jeder Erfolgspunkt ist ein zusätzlicher Würfel. Eine Laserpistole hat sechs Würfel Grundschaden plus Erfolgswürfel, eine Lederweste hält vier Würfel Schadenspunkte ab. Also würfelt der Angreifer Grundschaden plus Erfolgswürfel und der Verteidiger Rüstungswürfel. Welche Würfel scheint egal zu sein… bei einem w20 kommt ein Erfolg bei 1-13 zustande, bei w6 bei einer 1-4. Beide Parteien würfeln und wenn die Anzahl der Erfolge beim Schaden die Anzahl der Erfolge bei der Rüstung übersteigt, dann erhält man die Differenz als Schaden für den angegriffenen Charakter. Durchschnittlich kann ein Charakter zehn Schadenspunkte fressen und erhält ab der Hälfte dicke Mali (von -2 bis -10!) auf seine Aktionen.

Der Endkampf ging gegen mehrere Sicherheitsroboter und dauerte sagenhafte anderthalb bis zwei Stunden und die Kämpfe sind nicht gerade so taktisch, das es Spaß gemacht hätte. Da wir zu Beginn des Kampfes bereits Mitternacht hinter und gebracht hatten, hätte ich als SL die Zahl der Roboter einfach reduziert, um das ganze zu beschleunigen, denn ein Sieg von unserer Seite aus war recht sicher. So dauerte das ganze dann noch bis knapp drei Uhr. Erschöpft fiel ich danach auf meine ebenfalls im Raum befindliche Pritsche und pennte sehr schnell ein.

Der Workshop

Samstag gab es auch noch eine Fragestunde mit Alex Wichert und Christioph Carsten Damm (sorry Dammi ;)), bei der man den beiden Fragen zu Red Brick, Earthdawn und Fading Suns stellen konnte. Leider gab es nur sehr wenig über Earthdawn mit D&D4-Regeln und ihr neues Spiel Equinox zu erfahren, obwohl dies eigentlich die perfekte Gelegenheit gewesen wäre, Infos dafür unters Volk zu bringen. Immerhin konnte ich erfahren, dass RedBrick die Lizenz für alle Earthdawn-Sachen hat und damit auch für eine deutsche Ausgabe von Earthdawn, Games-In aber weiterhin die Rechte für die deutsche Ausgabe an Earthdawn hält. Hö? Sie bringen nur nicht keine dt. Version von Earthdawn heraus, weil der FASA-Mensch sie darum gebeten hat, da deren Zusammenarbeit mit Games-In so gut laufen würde. Wenn RedBrick den Earthdawn-Krempel auf deutsch bringen würde, wäre ich ja mal wieder extrem versucht massiv Geld zu investieren, immerhin habe ich bisher aus rein traditionellen Gründen ED nur auf Deutsch erstanden. Aber erstmal hätte ich gerne Age of Legends, also D&D4 für Earthdawn, das reizt mich noch mehr. Was mich direkt zum nächsten Thema bringt.

Der Earthdawn-Sonntag

Sonntag morgen wurde erst einmal gemütlich gemeinsam mit allen gefrühstückt. Das war wirklich klasse und sehr angenehm, sich selbst seine Brötchen in geselliger Runde zu schmieren und das gegen einen kleinen Abolus in die Con-Kasse. Danach hatte ich die Gelegenheit noch eine Earthdawnrunde abzugreifen. Hier stieg das Problem des mangelnden Spielens meiner Meinung nach am stärksten auf. Ich möchte mich bei der Kritik übrigens keineswegs aus nehmen, ich bin auch oft genug kurz verschwunden, um Essen zu holen oder etwa mal meinen Kram zusammenzusuchen, da der Raum aufgeräumt wurde, in dem ich geschlafen hatte. Das Abenteuer war ein Murmeltiertag-Abenteuer, bei dem wir nach einem „kurzen Einführungskampf“ im örtlichen Dorf in einer Zeitschleife gefangen wurden, die morgens immer wieder aufs neue began, ohne das wir eine Ahnung hatten wieso. Der Einführungskampf weckte mein Verlangen auf D&D4 enorm, da ich mich einfach an die Übersichtlichkeit und taktischen Möglichkeiten von Figuren, Bodenplänen und Spezialfähigkeiten die darauf beruhen gewöhnt habe. Das Abenteuer führte auch leider durch eher obskure Sinnzusammenhänge, Rote Heringe und bisweilen die schiere Weigerung des SLs mehr Infos herauszugeben eher zu Frustration, purem Aktionismus und zu spontaner Gewalt. Ich hatte eher den Eindruck DSA zu spielen statt Earthdawn, da oft auf Kleinigkeiten gewürfelt wurde und es zu einigen Brüchen zwischen Spielwelt und Regeln kam. So lief etwa ein kampfunlustiger Schwertmeister ohne Waffe durch das Dorf, das zwischenzeitlich zu einer Stadt angewachsen war und den Marktplatz am Rand statt zentral hatte. Dieser Schwertmeister wurde dann durch einen einfachen Händler mit einem Messerstich getötet, was effektiv bedeutet, dass es sich um ein +30 Stufen Messer des orkischen Schwertmeistertötens gehandelt haben muss, das auch noch ohne Faden funktioniert. Die offensichtliche Lösung des Problems entging mir als Spieler des Ork Scouts leider. Ich hatte nicht daran gedacht, am Ausgang des Geheimgangs nach Spuren des Bürgermeisters zu suchen, die in den Wald führten. Das könnte auch damit zusammenhängen, dass Leute gesehen haben, wie der Bürgermeister das Dorf in östliche Richtung verlassen hatte und zwar über offizielle Wege und danach nicht mehr gesehen wurde. Na gut,der Bürgermeister war Magier und hätte zurückfliegen können… aber wieso hätte er dann am Ausgang seines Geheimganges landen sollen, um dann von da in den Wald zu gehen? Naja, egal. Danach packten wir flott zusammen und erfreuten uns noch etwas am Bahnchaos des Dortmunder Hauptbahnhofs, bevor wir nach knapp drei Stunden Fahrt wieder in Aachen ankamen.

Fazit

Leider muss ich sagen, dass mich die Con insgesamt nicht so richtig gerockt hat. Auch die Aufteilung der Räume war hinderlich und das FHH scheint grundsätzlich etwas gegen voll funktionsfähige Toiletten zu haben. Die Idee mit dem Dämonenwettbewerb, bei dem jeder Besucher einen solchen Fiesling einreichen konnte, der dann von Kathy Schad sicherlich hervorragend illustriert wurde war sehr nett und auch das ausliegende Rätsel für Earthdawn und Fading Suns war eine gute Idee, wenn auch bockschwer. Aber ich hätte mir gerne noch eine Vorabrunde zu Equinox oder Age of Legends, also Earthdawn mit D&D4-Regeln gewünscht. Wo, wenn nicht auf der Hausmesse von RedBrick so stark unterstützten Con wäre die Gelegenheit gewesen, ihre in Arbeit befindlichen Spiele der Öffentlichkeit zu präsentieren und den Fans Gelegenheit zu geben, in die Projekte hineinzuschnuppern? So gab es nur die gewohnte Kost, statt exklusiver Angebote, die man nur auf der EFC hätte erleben können. Schade.

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1 Kommentar

  1. Dammi said,

    Huhu!

    Danke für das Review, schön das es Dir gefallen hat!

    Ich hab zwei Anmerkungen: der EFC ist keine Hausmesse von RedBrick, auch wenn wir sowohl ED als auch FS entwickeln und vertreiben. Es ist eine reine Fan-Convention, die wir unterstützen. Age of Legends und Equinox hätten wir gerne vorgestellt, nur leider waren beide Spiele doch noch nicht vorführbar. Beim nächsten Mal sieht das sicher anders aus. 🙂

    Gruß,

    Dammi
    P.S.: Ich heisse nicht Christoph 😉

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