Die lustige Welt der CSU (II)

16. September 2008 at 14:38 (Politik, Videogames) (, , , , , , , , )

Erstmal etwas zu Becksteins grandioser Kampagne Pro-Alkohol am Steuer (ich berichtete). Dazu gab es dezent eins auf die Mütze, wie der Bayerische Rundfunk zusammenfasst:

„Ich frage mich, was ihn da geritten hat“, sagte Harald Schneider, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP). „Vermutlich hatte er gerade zwei Mass Bier getrunken, als er das gesagt hat“. Es seien Menschenleben in Gefahr, wenn jemand nach dem Genuss von zwei Mass Bier Auto fahre. Mit seiner Äußerung mache Beckstein die Arbeit der Polizei zunichte. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, befand: „Beckstein hat wohl einen über den Durst getrunken.“ In bestimmten Situationen müsse man auf Alkohol verzichten, und dazu gehörten der Straßenverkehr und die Schwangerschaft.

SPD-Spitzenkandidat Franz Maget riet Beckstein „dringend davon ab, das so unters Volk zu bringen“. Auch er habe nichts dagegen, auf einem Volksfest eine Mass Bier oder auch eine zweite zu trinken, aber dann müsse das Auto „definitiv stehen bleiben“. Auch der ADAC hält Becksteins Ansicht für „Unsinn“. Man könne sich auf keinen Fall „an die Promillegrenze rantrinken“, sagte ADAC-Sprecherin Maxi Hartung. „Fahrtüchtig“ sei man höchstens noch nach einem kleinen Bier oder einem Glas Wein zum Essen, keinesfalls aber nach zwei Maß. Beckstein solle „die Menschen nicht dazu auffordern, Alkohol zu trinken und dann noch Auto zu fahren“, warnte Hartung.

Tja, so ein Medienecho sollte es mal geben, wenn die CSU wieder mit der Verbotskeule gegen Videospiele ausholt. Aber Alkohol hat nun mal einen anderen Stellenwert als digitale Unterhaltung. Für die CSU ist das erste eben Kulturgut und das andere Teufelswerk. Warum auch immer.

Erleuchtung in dieses Thema hätte ja das Interview bringen können, dass die PC Games mit Joachim Herrmann, dem Innenminister Bayerns geführt hat. Die Fragen sind ja okay, nur leider hat man nicht nachgehagt. Sonderlich überzeugend ist der Standpunkt des blauweißen Politikers nämlich nicht. Schauen wir uns das Interview doch mal an, das Original gibt es hier zu sehen. Picken wir uns mal ein paar Rosinen heraus:

Herrmann: Ich fordere nicht nur ein Herstellungs-, sondern auch ein Verbreitungsverbot virtueller Killerspiele. Deshalb ist die Frage, wo Killerspiele produziert werden, unerheblich.

Versteh ich nicht. Weil er fordert, dass bestimmte Videospiele auch im Ausland nicht mehr gehandelt werden sollen (was juristisch nicht möglich ist), ist die die Frage, wo diese Videospiele hergestellt werden (Verbotsforderungen ans Ausland sind ebenso nicht möglich), nicht relevant? Das ergibt für mich keinen Sinn und ist bereits in seinem Grundgedanken absurd. Aber darüber zu diskutieren ist ja müßig.

PC Games: Bei Ihrer Pressekonferenz am vergangenen Montag haben Sie die Wirkung von brutalen Computerspielen mit Kinderpornographie verglichen und wortwörtlich davon gesprochen, dass „Dinge, die virtuell am PC umgesetzt werden, irgendwann auch in der Realität umgesetzt werden.“ Womit begründen Sie diese These? Können Sie verstehen, wenn sich viele Millionen Erwachsener durch eine solche Aussage kriminalisiert und dadurch verletzt fühlen?

Herrmann: Niemand behauptet, dass Killerspiele monokausal für Gewalttaten wie z.B. Amokläufe oder andere Straftaten verantwortlich sind. Es gibt aber über die gefährliche Wirkung von Killerspielen, gerade auf labile Charaktere, in der Wissenschaft keine ernsthaften Zweifel. Die Amokläufe von Erfurt oder von Emsdetten wurden von Tätern begangen, die intensiv Killerspiele gespielt haben. Nach der übereinstimmenden Erkenntnis amerikanischer und deutscher Wissenschaftler löst dies bei labilen Persönlichkeiten Desensibilisierungsprozesse aus und schränkt die Empathiefähigkeit weit stärker ein als das passive Betrachten eines entsprechend brutalen Films.

Keine ernsthaften Zweifel der Wissenschaft? Übereinstimmende Erkenntnisse amerikanischer und deutscher Wissenschaftler? Desensibilisierungsprozesse? Eine sehr selektive Auswahl der Forschungsliteratur würde ich behaupten. Aber das kennt man so ja bereits auch schon. Desensibilisierung wäre übrigens die Habilitierungsthese, die genausowenig verifiziert wie falsifiziert ist. Und selbst wenn sie verifiziert wäre, würde das nur bedeuten, dass Menschen die Gewalt in Videospielen erleben, gegenüber Videospielgewalt weniger empfindlich wären. Die Transferleistung der Abstumpfung von virtueller zu realer Gewalt ist eher fragwürdig. Aber das beste kommt mit:

Herrmann:Ich glaube nicht, dass Menschen, die auf ihren Computern aktiv reihenweise Leute umbringen, die am Boden liegende angeschossene Opfern „regelrecht hinrichten“, so dass das Blut spritzt – dass diese Menschen sich durch meine Worte verletzt fühlen können. Wenn sie virtuelle Grausamkeiten verüben, müssen sie schon auch meine Argumente aushalten.

Was für Argumente? Naja, außer das Herrmann hier beinahe schon direkt Videospieler die violente Medien nutzen zu einer Art Menschen zweiter Klasse degradiert, nein, sie müssen sich auch noch seine Beschimpfungen gefallen lassen. Schließlich tun sie so abartige Spiele spielen tun. Anstatt sich wie anständige Menschen beim Oktoberfest zu betrinken. Denn das ist Kultur.

Herrmann: Ich habe keinen Grund, an der Seriosität und Glaubwürdigkeit des Kriminologischen Instituts Niedersachsen zu zweifeln und erkenne keinen Zusammenhang zwischen der von Prof. Pfeiffer erhobenen Forderung nach einem Verbot von Killerspielen und einer staatlichen Unterstützung des Instituts. Prof. Pfeiffer war Justizminister der früheren SPD-Regierung von Niedersachsen; eine politische Abhängigkeit zur jetzigen CDU-Regierung besteht ja wohl kaum. Eher sehe ich finanzielle Abhängigkeiten von der Computerspielindustrie bei manchen Forschern, die einseitig die Wirkung von problematischen Computerspielen verharmlosen.

Herrlich. Wenn konservative Politiker Pfeiffer und dem KFN Steuergelder zuschieben, damit diese Studien erfinden, die dann den Politikern als Wahlkampfmittel dienen, dann ist das legitim. Wenn andererseits Videospielfirmen Forschern Gelder geben, damit diese über Videospiele forschen, dann ist das Beeinflussung.

PC Games: Das deutsche Jugendschutzgesetz inklusive FSK- und USK-Prüfungen und Indizierungen gilt als das strengste und schärfste in ganz Europa. Spiele, die in Garmisch-Partenkirchen oder München indiziert oder verboten sind, können in Salzburg oder Basel selbst von Jugendlichen legal erworben werden. Gleiches gilt für die Frankreich oder die Niederlande. Sie hingegen fordern ein Verbot für diese Spiele. Sind deutsche und insbesondere bayerische Staatsbürger gefährdeter als die Bewohner unserer Nachbarländer?

Herrmann: Das deutsche Jugendschutzgesetz hilft nicht, wenn Spiele, die erst ab 18 Jahren freigegeben werden, in die Hände von Kindern gelangen, was nachgewiesen sehr häufig der Fall ist. In den von Prof. Pfeiffer aufgezeigten Beispielen wie beim Spiel „Grand Theft Auto IV“ oder „Der Pate – Don Edition“ hätte eine Indizierung anstelle einer Freigabe ab 18 durch die USK stattfinden müssen, was nicht der Fall war. Ihre Behauptung, diese Prüfungen seien die schärfsten in Europa, ist deshalb falsch.

Versteh ich wieder nicht. Das ist einfach nicht logisch. Weil durch das Jugendschutzsystem in Deutschland Titel mit einer Altersfreigabe versehen werden, diese dann aber nach dem Kauf durch berechtigte Jugendliche an Minderjährige effektiv umgangen werden, ist die Prüfung an sich nicht mehr die schärfste in Europa? Was hat die nicht gewollte Weitergabe von Videospielen unter Jugendlichen denn mit der Prüfung zu tun, die stattfindet, bevor das Spiel in den Handel kommt? Und wieso werden die massiven Zensuren, die Videospiele trotz der Freigabe nur an Erwachsene (die damit keine Jugendschutzmaßnahme mehr sind, sondern tatsächlich verfassungsferne Zensur) treffen, dadurch nicht mehr so streng? Die Prüfung die kritisiert wird, findet immer VOR der Veröffentlichung des Spiels statt (und ist damit effektiv Zensur). Also die die Behauptung, dass die dt. Jugendschutzgesetze nicht die schärfsten Europas seien, nicht begründet, da nachweislich falsch. Aber das der gute Herr Innenminister eh didaktisch eher unterdurchschnittlich begabt ist, sieht man ja an folgendem Dialog:

PC Games: In einem Interview mit der ZEIT beklagen Sie, dass 18jährige Computerspiele an „17-, 16-, 15jährige“ weitergeben. Fordern Sie demzufolge auch ein Herstellungs- und Vertriebsverbot für Alkohol und Tabakwaren?

Herrmann: Nein.

Ich hatte ja zuerst tatsächlich gelacht, als ich das gelesen habe. Nach der Logik der CSU-Politiker (Herrmann steht ja nicht alleine da), wäre es aber nur kosequent, wenn dies auch gefordert werden würde. Schließlich sind auch Spirituosen und Tabakwaren erst für Erwachsene freigegeben und werden jeden Tag durch Kinder und Jugendliche konsumiert. Aber vielleicht sind Gesetzesbrüche in diesen Bereichen ja okay, da es sich hierbei um etablierte Kulturgüter handelt. Im Gegensatz zu teuflischen Killerspielen. Vielleicht ist es auch nur ein Armutszeugnis für diese meiner Meinung nach sowieso argument- und verfassungsferne Partei. Das die PC Games dabei aber nicht nachgehakt hat, um die Scheinheiligkeit und offensichtlich unfundierte Stimmungsmache Hermanns und der CSU direkt zu hinterfragen ist allerdings kritikwürdig. Vielleicht wurde auch einfach nicht durch Herrmanns auf weitere Nachfragen eingegangen oder sie wurden nicht für das Interview freigegeben. Schade, wäre eine sehr zitierwürdige Stelle gewesen.

PC Games: Eine signifikante Zunahme von Jugendgewalt ist laut der Polizeiberichte der vergangenen Jahre nicht zu beobachten, gerade in Bayern. Woher stammt Ihr Bild der „immer gewalttätigeren Jugend“?

Herrmann: Ihre Aussage ist falsch. Die Zahl der Straftaten hat im Jahr 2007 in Bayern insgesamt abgenommen. Der Anteil von Kindern und Jugendlichen als Täter aber auch als Opfer ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und stagniert erst seit kurzem. Dies ist für mich schon ein deutliches Alarmsignal. Die Bereitschaft von Kindern und Jugendlichen, ihre Konflikte untereinander mit Gewalt auszutragen, scheint sich also erhöht zu haben. Ich behaupte jedoch, dass virtuelle Vorbilder wie Killerspiele einen Anteil an diesem Phänomen haben, zumindest dann, wenn bei den Tätern sonstige stabilisierende Faktoren fehlen.

Faszinierend argumentiert, mal wieder! Zunächst zu behaupten, dass die Aussage der PC Games falsch sei, dann aber einzulenken, dass dies doch für die letzten Jahre stimmen würde. Heißt das dann, dass die ja „immer gewalttätiger werdenden Spiele“ seit kurzem dafür sorgen, dass das Maß an Gewalt stagniert? Oder liegen die relevanten Faktoren für Jugendgewalt vielleicht gar nicht bei Videospielen, sondern bei Jugendarmut, einen unterfinanzierten Bildungssystem und einer konstanten Streichung von Streetworker-Stellen und Jugendeinrichtungen? Naja, selbst wenn… das sind alles Dinge, für welche die Unionsländer seit vielen Jahren stehen. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie gerade Unionspolitiker es schaffen, hausgemachte Probleme als gesellschaftliche zu präsentieren und sich dann durch die Forderungen nach härten Strafen und Gesetzen selbst zu profilieren und auf Stimmenfang zu gehen.

Herrmann: Gewaltverharmlosende und gewaltverherrlichende Darstellungen in Filmen sind nach Paragraf 131 Strafgesetzbuch bereits verboten. Dieser Straftatbestand ist aber nicht auf Computerspiele zugeschnitten und muss entsprechend geändert werden. Killerspiele unterscheiden sich von anderen Darstellungen darin, dass der Spieler aktiv ins Geschehen eingreift. Dadurch steigt bei labilen Persönlichkeiten die Gefahr, dass sie sich mit dem Spielinhalt so identifizieren, dass sie solche Erlebnisse auch in die reale Welt tragen.

Und wieder verstehe ich den Herrn Innenminister nicht. Er stellt fest, dass gewaltverherrlichende Medien bereits per Gesetz verboten sind. Wieso er Videospiele allerdings nicht dazu zählt, ist mir schleierhaft. Anhand des zitierten Gesetzes wurden auch bereits Videospiele beschlagnahmt, es funktioniert also sehr wohl (ob es gerechtfertigt ist, sei mal an dieser Stelle ausgelassen). Und das die Transferleistung von der virtuellen Welt in die reale stattfindet, ist bisher einfach weder bewiesen noch widerlegt, also eine Behauptung, bzw. Theorie. Keine gute Grundlage für eine Gesetzesänderung, wie die Union auch bisher bei einigen Gesetzesinitiativen für härtere Jugendschutzbestimmungen theoretisch mitbekommen hätte müssen.

Fazit? Mehr vom bekannten. Unfundierte, einseitige und argumentresistente Äußerungen von einem Unionspolitiker zu Videospielen. Egal wie oft man Behauptungen oder falsche Grundlagen wiederholt, richtig oder akzeptabel werden sie dadurch nicht. Das die CSU wieder mal im Wahlkampf steckt und völlig zu Recht Angst hat, ihre unangefortene Vormachtststellung im bayuvarischen Ländle zu verlieren, werden eben wieder die alten Kamelle von Killerspielen, Pendlerpauschale und dergleiche rausgekramt, um mit etwas preiswertem Populismus aus der Archivkiste ein paar konservative Stimmen von Altwählern zu ködern. Doch selbst den Stammwählern der CSU muss inzwischen aufgegangen sein, dass eine derart rückwärtsgerichtete Partei keine Investition in die Zukunft darstellt. Hoffen wir also, dass die CSU bei der nächsten Wahl ordentlich Stimmen verlieren muss. Und sei es durch die „Ich wähle keine Spielekiller„-Aktion. Vielleicht wird dann klar, dass Videospielen in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, Kunst darstellen kann und das Videospieler auch Wähler sind.

Advertisements

6 Kommentare

  1. Thomas Michalski said,

    Sehr schön zerlegt, das Interview, fachgerecht wie ein Chirurg. Nur unterhaltsamer 😉
    Hat mir gefallen!

    Grüße,
    Thomas

  2. Schiwo said,

    Herzallerliebst.Klasse!

  3. Marcel Gehlen said,

    Hallo Scorp,

    zu großen Teilen gebe ich dir natürlich recht, die Argumentation pro Alkohol und contra Computerspiele ist völliger Blödsinn. Viele der Forderungen sind aus der Luft gegriffen und die derbe Kriminalisierung von Computerspielern geht eigentlich auch auf keine Kuhhaut mehr.
    Wenn man berücksichtig, dass Killerspiele in dieser Argumentation im Grunde genommen schon bei Counterstrike anfängt, dann findet hier überspitzt ausgedrückt eine Gleichsetzung a la „Räuber und Gendarme“ = „Kinderpornographie“.
    Während es auf der anderen Seite völlig ligitim ist sich auf dem Oktoberfest ( wo Frauengruppen nicht in Zelte reingelassen werden, weil Männergruppen mehr saufen ) sich 2 Mass Bier hinter die Binde zu kippen ( nach Faustregel sind das 2,0 Promille ! ) und dann beschwingt ins Auto zu steigen, um auf dem Weg nach Hause 2 kleine Mädchen mit Zöpfen und eine alte Nonnen über den Haufen zu fahren.

    Neben diesem Themenkomplex gibt es noch mehr Dinge, die einen an der CSU stören dürfen, können sollten, aber ein kleines bißchen schießt du meiner Meinung doch ein wenig über das Ziel hinaus:

    Zunächst einmal wird hier kein polemischer Wahlkampf betrieben. Der Verbot von Videospielen ist hier unten schlicht kein Wahlkampfthema, du berufst dich hier auf ein Interview aus eine Computerspiel-Zeitschrift. Worüber erwartest du denn, das da bitte sonst gesprochen werden soll? Die CSU hat ihren extrem einseitigen Standpunkt zu der Sache und wenn man sie danach fragt, dann wiederholt sie ihn. Das ist dann kein Wahlkampf, zumal ein Interview in der PC-Games wohl kaum als Wahlkampfinstrument betrachtet werden kann. Die Schnittmenge zu potentiellen CSU-Wählern dürfte hier doch annähernd gegen Null gehen.

    Des weiteren kann ich so nicht stehen lassen, dass gerade in unionsgeführten Ländern das Bildungssystem unterfinanziert ist und daher eine Problemursache ist nicht stehen lassen.
    Ja – fehlende Bildung ist ein Problem.
    Ja – das Bildungssystem könnte besser sein.
    Nein – hiervon sind besonders Unionsländer betroffen.

    Ich habe eher das Gefühl, dass das Gegenteil der Fall und die Bildungspolitik der Unionsländer eigentlich deutlich besser ist. Jedenfalls sind die Bildungsvorraussetzungen die ich in BaWü und auch Bayern vorgefunden habe denen, die ich im damals SPD-regierten NRW erlebt habe deutlich überlegen. So zumindest mein Eindruck und die Ergebnisse der Pisa-Studie oder die Verteilung der Exzellenzuniversitäten in Deutschland bestätigen das recht deutlich.
    In Unionsländern ist der Bildungsetat vielleicht immer noch zu niedrig – verglichen zum Beispiel mit den skandinavischen Ländern – ich sehe aber nicht, dass hier höher Bedarf als in SPD-Ländern besteht. Die größte Sauerei in dem Zusammenhang, die ich auf Uni-Ebene je gehört habe stammt auch aus einem SPD-Land: Die SPD hat die Zahlungen an die RWTH, um genau die Summe gekürzt die als Einnahme durch Studiengebühren zu erwarten war. Allerdings kann ich mich für die Geschichte nicht verbürgen.

    Auch möchte ich die Rückwärtsgerichtetheit der CSU etwas differenzierter Betrachten. Natürlich sind die Wertevorstellungen, die die CSU vor sich her trägt teilweise deutlich überholt und erzkonservativ. Allerdings hat es mich als Informatiker nicht umsonst nach München gezogen, denn hier steht Bayern in Deutschland sehr, sehr gut da. Der Slogan von „Laptop & Lederhose“ ist nicht bloß ein Spruch, sondern wird hier auch tatsächlich forciert. Wir haben sehr viel moderne, zukunftsträchtige Technologien und Unternehmen in den Städten während auf der Alm natürlich immer noch die Kühe grasen. Bayern ist in den letzten 20 Jahren zum wohlhabendsten Bundesland geworden. Das wird man nicht durch „Rückwärtsgerichtetheit“.

    Letzten Endes reden viele CSU-Politiker viel Mist. Es machen auche viele CSU-Politiker viel Mist. Ihre Einstellung zu manchen Dingen ist erzkonservativ und rückständig. Ihr Umgang mit meiner „Freiheit“ unter dem Deckmantel der „Sicherheit“ sehr, sehr bedenklich.

    Ich werde sie am Samstag auch nicht wählen.
    Aber manche Dinge hat sie schon richtig und gut gemacht.

    Viele Grüße,

    Marcel

  4. Scorpio said,

    Heyho Marcel. Danke für deinen langen Beitrag. Hier oben kommt ja nicht alles an, was da unten geschieht, aber das was ich zu hören bekomme, ist für mich nichts Gutes. Und ohne jetzt die SPD in Schutz nehmen zu wollen, aber München ist seit Jahrzehten eben nicht CSU regiert (gerade mal sechs Jahre seit Bestehen der BRD). Es gibt ja durchaus auch Initiativen der CSU zur Förderung von Videospielen… nur stehen diese direkt gegenüber den restlichen Äußerungen. Und die Bildungspolitik… klar, bayrisches Abitur zählt mehr als das aus NRW, da es als anspruchsvoller gilt. Aber die Union, also CDU/CSU waren es, welche die Studiengebühren durchgedrückt haben. Und du hattest mir ja selbst mal erzählt, das du ohne Bafög heute vermutlich Wände streichen würdest. Insgesamt hätte ich es spezifizieren sollen, dass ich die CSU für eine sozial und moralisch erzkonservative und rückwärtsgerichtete Partei halte und durch die Infos die wir hier oben indirekt durch die Medien erfahren, durchaus bestätigt sehe.

  5. Mellow said,

    Tatsächlich fühle ich mich etwas angegriffen. Warum sollten Killerspiele (was auch immer das sein mag) verboten werden, weil einige labile Nutzer damit nicht zu Rande kommen? Nach dieser Argumentation müsste auch Alkohol verboten werden. Da gibt so offenkundig Leute, die mit Alkohol nicht zurecht kommen, dass ich da nichts mehr zu sagen brauche. Es ist aus meiner Sicht absoluter Unsinn, Killerspiele zu verteufeln. Jemand wie ein Schoolshooter sucht sich aktiv Medien, in denen er seine Bedürfnisse nach Gewalt kanalisieren kann. Diese Bedürfnisse aber kommen ganz woanders her. Killerspiele spielen erst später eine Rolle.

    Naja, aber der Roman wurde ja auch zunächst verunglimpft… =)

  6. Valerius said,

    Der Kritikpunkt, PC Games würde nicht nachhaken, ist ungerechtfertigt. Ein Interview hat niemals stattgefunden. Die Fragen wurden schriftlich beantwortet.

    Originalton: „Bitte beachten Sie, dass man uns nur die Chance ließ, die Fragen via E-Mail zu senden. Eine Reaktion auf die Antworten war uns somit nicht möglich.“

    Quelle: http://www.pcgames.de/aid,660024/Interview/GTA_4_haette_indiziert_werden_muessen_-_Zwoelf_Fragen_an_Bayerns_Innenminister_Joachim_Herrmann/

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: