Sind wir zu kreativ?

3. Januar 2009 at 02:05 (Allgemein, Rollenspiel)

In den letzten zwei Jahren hat sich der rollenspielrelevante Teil meines Blogs verändert, weg von „analysierenden“ Artikeln, hin zu mehr Spielmaterial. Anstatt zu erläutern, was mich bei bestimmten Spielen stört oder was ich anders machen würde, veröffentliche ich immer mehr Material, dass andere tatsächlich in ihrem Spiel verwenden können. Es geht also aktuell weg vom Abstrakten, hin zum Konkreten. Das liegt daran, dass ich momentan sehr viel spiele und auch sehr viel Material anhäufe. Als nächstes werde ich wohl nach und nach Material zu unserer Dark Heresy Kampagne veröffentlichen, aber auch weiteres D&D4-Material ist sehr wahrscheinlich.

Und wenn ich mich bei rsp-blogs umschaue, dann kommt mir immer wieder eine Frage in den Sinn: Sind die deutschen Rollenspielblogger „zu kreativ“ für spielrelevantes Material? Ist das vielleicht zu trivial? News (und das Abschreiben bzw. Wiederholen von solchen), Verlinkungen zu anderen Artikeln, teils sehr abstrakte, theoretische, aber auch persönliche Texte scheinen nach wie vor den Großteil der Postings auszumachen.  Diese haben sicher auch ihren Sinn, doch wo sind die Kurzabenteuer (wie die Kurzschocker vom Rollenspiel Almanach), die Encounter, die Zufallsbegegnungen (wie die kreativitätsfördernden Tabellen vom Oger), die neuen Waffen, magischen Gegenstände und Kreaturen, die skurillen NSCs und fantastischen Locations?

Achja, ich bin mir der Ironie durchaus bewusst, dass dieses Posting keine spielrelevanten Materialien liefert… 😉 Aber nicht mehr lange, dann gibt es wieder etwas „für zum Spielen“, wie man bei uns sagt.

P.S.: Frisch zum neuen Jahr auch mal ein neues Outfit für den Blog.

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8 Kommentare

  1. greifenklaue said,

    Du hast Rezis vergessen 😀 Ansonsten gilt für mich: spielbares ins Zine, egal ob ins eigene oder in den Abenteuer.

  2. Thomas Michalski said,

    Ich denke allerdings, die Frage geht über das Web 2.0 durchaus hinaus. Zwar gibt es eine ganze Menge spielbares Material im Netz, Abenteuer., Greifenklaue, natürlich uns von der DORP, der offenbar derzeit eher schlafende Ruf etc.
    Aber trotzdem könnte das auch einfach noch mal mehr sein. Aber der Fokus der deutschen Szene scheint oft sehr massiv auf Theorie-Artikel fokussiert zu sein; jedenfalls derer, die sich auch im Netz selbst äußern. Das meiste Feedback zu Downloads erreicht uns auch bei der DORP nach wie vor per Mail.

    Ist ein obskures Phänomen, an das ich aber auch nur schwer wertneutral herangehen kann. Denn gerade Rollenspiel-Theorie finde ich ganz persönlich mittlerweile überstrapaziert; wenn jemand glaubt, einen Stein der Weisen gefunden zu haben – ich wünschte mir manchmal, er würde es einfach demonstrieren.
    „Was ein gutes Abenteuer ausmacht“ mag ein interessanter Artikel sein; ein gutes Abenteuer wäre mir persönlich mehr wert.

    Viele Grüße,
    Thomas

  3. PiHalbe said,

    Hmm, ich bin eher einer von den Impro-SLs und leite vorwiegend in Ärmelwelten. Entsprechend interessieren mich fertige Abenteuer, Welten oder Gegenstände mit Werten wenig. Der Theorie-Sektor ist zwar in der Tat sehr „abgegrast“, aber an Howtos besteht meiner Meinung nach noch Bedarf. Deswegen habe ich auch das „Spielleiten“ von Dom verschlungen und freue mich mehr über Inspirationen als über konkreten Inhalt.

    Das ist natürlich eine Frage dessen, welche Rollenspiele man spielt und wie man sie spielt.

  4. Georgios said,

    Ich halte ehrlich gesagt nichts davon sog. „spielrelevanten Inhalte, die man tatsächlich benutzt“ zu verbreiten. Mit ganz ganz wenigen Ausnahmen sind das für mich alles Dinge deren Ausarbeitung zum Spielerlebnis gehören. NSCs oder Setting-versatzstücke und ähnliches entwickele ich lieber aus meinem persönlichen Zugang an den Hintergrund unserer Spielrunde. Ich mache ja auch lieber selbst Fotos, statt Clipart zu benutzen.

    Deshalb gefallen mir auch keine „Session Diaries“, die sich allein auf die Charakterebene beziehen. Das sind für mich Dinge, die ich selbst spielen will und nicht davon lesen, wie es andere sich erspielt haben.

  5. 1of3 said,

    Och, benutzen würd ich das schon. – Wenn ich denn zufällig mal das Spiel spielte, für das da Material angeboten wird. Ich borg mir schließlich auch Material aus Filmen, Büchern etc.

    (Die besagten Spielberichte sind aber in der Tat witzlos. Gute Spielberichte beschäftigen zu mindestens 70% mit dem, was am Tisch passiert.)

  6. greifenklaue said,

    @Spielbericht: Da kommt es wohl drauf an, was ich erreichen möchte. Möchte ich ein Kampagnentagebuch für mich selbst, möchte ich anderen meinen Spielstil nahebringen oder möchte ich gar zu konkreten Problemen beraten werden. Je nachdem brauchst Du mehr IC- oder OoC-Perspektive.

  7. Georgios said,

    @Greifenklaue:
    Mag alles sein. Es ist aber für mich als Leser egal, warum der Autor seine Spielberichte schreibt. Ich selbst kann keinen Nutzen daraus ziehen, dass ich mir durchlese was anderer Leute Charaktere tun. Das ist für mich weder spielrelevant, noch tatsächlich verwendbar.

    Diese anderen Dinge, die „zum Spielen“ da sein sollen… habe ich auch nie so wahrgenommen oder verwenden wollen. Das ist für mich immer anderer Leute Kram, der nicht in meine Runde passt. Clipart eben.

  8. Hyla said,

    Gottchen, bitte nicht noch mehr D&D 4 Statblocks. Ich komme hierher, weil ich hoffe einen deiner Rants oder eben die sehr guten „analysierenden“ Artikel zu lesen. Das gabs schon lange nicht mehr, und wenns das nicht mehr gibt: Bescheid sagen, dann wird die Seite aus meinen Lesezeichen rausgehauen… 😉

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