egoFM über Rollenspiele: Eine vergebene Chance

8. Februar 2010 at 23:50 (Rollenspiel) (, )

Die Leute von egoFM hatten mich, wie so ziemlich alle Leute der rsp-blogs.de angeschrieben, ob ich mich nicht für eine Sendung über Rollenspiele zur Verfügung stellen könnte. Dienstags Abends hieß es aber für mich Zocken und da Spielen für mich wichtiger ist als über das Spielen zu reden, fiel ich schon mal raus. Ein ebenfalls wichtiger Grund, weswegen ich eher verhalten optimistisch auf die Emails reagierte war die völlig fehlende Planung von Seiten des Senders.

Sonntagmittag Rückmeldung bis Montagmittag zu erbitten ist… kurzfristig. Aber meine Anfragen, was ich denn bitte gefragt werden soll und in welchem Rahmen konnten nicht beantwortet werden. Ich hatte bereits das ungute Gefühl, dass man dort wenig an einem geordneten Ablauf interessiert sei, sondern einfach nur Stimmen sammeln wollte, um die Sendezeit zu füllen. Also sagte ich ab. Allerdings verwies man mich an die Kollegin „Natalie“, die sich Montag bei mir melden sollte, um die „Sprechstunde“ zu planen, in der auch über Rollenspiele geredet wird und ein Interview mit mir aufgezeichnet werden könnte. Dienstag meldete sich dann ein „Dominik“ bei mir. Wieder via Email, denn bis dahin hatte noch niemand auch nur nach meiner Telefonnummer gefragt. Dieser Dominik bat mich in seiner Email um 10: 30 Uhr bis 13 Uhr zu antworten. An diesem Tag ging ich aber erst um 14 Uhr an den Rechner…

Am Wochenende kam ich dazu, während des Arbeitens die Aufzeichnung der Sendung zu hören. Ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, dass diese Sendung von irgendwelchen Leuten gehört und wahrgenommen worden ist, die keine Rollenspieler waren. Selbst ich als großer Rollenspielfan war schnell von dem Gelaber gelangweilt und selber überrascht, als der Player gerade mal fünf Minuten Sendung zeigte. Meine Befürchtungen hatten sich leider bewahrheitet, dass es kein übergeordnetes Konzept für die Sendung gab. Zwei Stunden lang wurde wild und ziemlich unstrukturiert über den Themenkomplex diskutiert und ab und zu willkürlich ein Gesprächspartner hinzugeschaltet. Das ganze war dann sehr LARP-zentristisch, unterbrochen von Hinweisen für „gutes Rollenspiel“ (also das ohne Würfel und Regeln, ihr wisst schon…) und Verlagsnews („Unser Rollenspiel ist das mit Abstand größe!“ sowie „Unser Spiel ist toll, denn man kann da halt die Regeln rausnehmen die man will und den Rest ignorieren.“). Es gab aber ein paar Stilblüten:

Moderator: „Das stell ich mir schwer vor, dieses LARP. Ich kann mir das nicht vorstellen.“
Rollenspieler: „Das hast du schon gemacht. Als Kind. Räuber und Gendarme!“
Moderator: „Das fand ich aber immer doof.“

Moderator: „Gibt es Frauen beim Liverollenspiel? Was machen die da? Die werden ja sicher nicht mit in den Krieg ziehen!“
*pause*
Rollenspieler: „OHdoch…!“

Zwei Stunden waren einfach viel zu lang, um einem eigentlich überschaubaren Thema Herr zu werden. Wenn man wirklich nur das Hobby hätte beleuchten wollen, dann wäre maximal eine halbe Stunde produzierter Sendung weit effektiver gewesen, in der man so etwas wie ein Konzept hätte präsentieren können sowie Fragen die aufeinander aufbauen. So blieben zwei Stunden Kraut und Rüben, die sogar gestandene Rollenspiel verschrecken. An die Leute die es noch nicht kannten, mag ich da gar nicht denken…

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