Feencon 2009 – Ein Rückblick

30. Juli 2009 at 14:41 (Con-Berichte, Dungeons & Dragons, Rollenspiel, Savage Worlds) (, , , , , , , )

Auch wenn ich etwas spät dran bin, wollte ich doch auch noch einen subjektiven Rückblick auf die Bonner Großcon des GfR werfen. Über die Besuchszahlen kann ich nur spekulieren, aber es wirkte in den Gängen etwas leerer als in den letzten Jahren, was auch an einer verbesserten Organisation der Runden-Aushänge gelegen haben könnte. Dieses waren dieses Jahr zum ersten Mal an den Treppen zum Keller untergebracht, statt in den Gängen um den Flohmarkt, was die Haupthalle sehr entlastete. Übrigens fand 2009 auch das 20-jährige Jubiläum der Feencon statt, bei dem es leider auch zum ersten Mal in der Geschichte des Cons regnete! Skandal!

Weit erfreulicher war da schon, dass die nette Orga der DORP einen eigenen Stand zugebilligt hatte, den wir uns dann mit Moritz „Herr der Labyrinthe“ Mehlem teilten. Dort konnte man uns dann auch die Con über immer wieder antreffen, mit uns plaudern, in den ausgedruckten Auslageexemplaren unserer Downloads blättern oder die obszönen Kritzeleien unseres Zeichners Markus Heinen bewundern.

Zum Spielen bin ich aber trotzdem gekommen. So konnte ich zum Beispiel eine D&D4-Runde leiten, um einigen Labyrinth-Lord-Spielern (darunter Moritz) mal zu zeigen, wie man 2009 spielt. Das Bild der Runde zeigt eigentlich alles was Dungeons & Dragons für mich so toll macht. Battlemap, Figure-Flats, gebannt dreinschauende Spieler und ein erklärender SL (meine Wenigkeit). Das letzte der drei Encounter war etwas kniffliger und am Ende lagen drei der fünf Charaktere sterbend am Boden, wobei aber schlußendlich nur der Halbling-Schurke in das Reich der Raven Queen gelangte. Ich als SL und auch meine Spieler hatten wohl Spaß an den Gefechten und den Fähigkeiten der einzelnen Kreaturen und auch einige Zuschauer fragten interessiert nach, ob ich denn nicht noch mal D&D4 leiten würde. Aber irgendwie hatte ich den Eindruck, als käme Moritz mit der vierten Edition nicht so ganz zu Recht. Andererseits verstehe ich ja aber auch Labyrinth Lord nicht so ganz (Blog-Eintrag dazu folgt). 😉

Ansonsten habe ich nur Brett- und Kartenspiele probiert. Space Alert von den Heidelbergern war ein großer Spaß, den ich inzwischen auch angeschafft und rezensiert habe. Pandemie von Pegasus war da weit gemütlicher, aber als kooperatives Spiel auch nicht übel. Das wäre aber eher etwas, dass ich Gelegenheitsspielern vorsetzen würde. Munchkin Freibeuter war wie das normale Munchkin, nur halt mit amüsanten Akzenten statt Rassen und dazu passenden Ausrüstungsgegenständen. Den „Herumfuchtelhut“ für meinen französischen Freibeuter hat mir zumindest ein Schmunzeln abringen können, auch wenn es dem Spiel nach wie vor für meinen Geschmack zu sehr an Dynamik fehlt.

Ansonsten habe ich die Convention vor allem für Kommunikation genutzt, DORP-intern wie -extern. Immerhin sehe ich viele der DORP-Nasen nur drei bis vier mal im Jahr, da holt man gerne mal ein paar Gespräche auf. Aber auch mit Verlagen wurde geredet, DORP-TV-Interviews auf der SPIEL geplant und ganz einfach freundschaftlich geplappert. Dabei fiel mir am Stand vom Prometheus Games etwas besonderes auf! Da drucken Prometheus Games den Überlebensleitfaden für den Kampf für Savage Worlds und weisen nicht darauf hin! Den im Stile der Gentleman’s Edition gehaltene Leitfaden gab es als kostenlose Auslage am Stand der Feuerbringer. Übrigens gibt es auf der Rückseite auch den Player’s Sheet, auf dem die Ablageflächen für Spielmaterial sowie eine kurze Übersichtstabelle für Steigerungen zu sehen sind. So braucht man aber eigentlich zwei Blätter, da man die Spielunterlage ja nicht mehr nutzen kann, wenn man den Überlebensleitfaden lesen möchte… aber was soll’s! Prometheus Games gibt das Blatt ja kostenlos heraus! Jetzt muss es nur noch (auch in einer druckerfreundlichen Variante) als Download kommen, damit diejenigen die nicht auf Cons gehen, auch davon profitieren können.

Apropo Mitnahme: Beim Heidelberger Spieleverlag verramschte man auch die Mutant-Chronicle-Miniature-Sets für lockere 5 Euronen pro Stück. Jetzt schmücken einige Bauhaus-, Bruderschafts- und Dunkle-Legion-Soldaten meine Wohnung. Weitere Schnäppchen waren der Kampagnenband Tattered Fates für Dark Heresy, dessen ersten Teil ich bereits letzte Woche leiten konnte sowie Roter November, ebenfalls von Heidelberger. Ja, kooperative Brettspiele finde ich aktuell eben total toll! Ansonsten konnte ich bei der Tobola dieses mal richtig abstauben und ein amerikanisches Grundregelwerk von Shadowrun 4 (in grässlichem neon-grün) sowie den GURPS Ogre-Quellenband abstauben.

Alles in allem eine tolle Con, die einmal mehr mit familiärer Atmosphäre und extrem vielen Spielrunden punkten konnte. Nächstes Jahr gerne wieder, nur dann bitte wieder mit schönem Wetter. 😉

Als nächstes geht es Ende August auf die Ratcon nach Dortmund! Leider kann ich nur Samstags auf dem Rollenspieltreffen sein, da ich am Sonntag als Wahlhelfer in meinem Heimatort die Einhaltung  demokratischer Strukturen überwachen muss. Eine Rollenspielcon auf das Wochenende der Bundestagswahl zu legen ist vielleicht nicht ganz so geschickt, aber eine Woche früher und man hätte sich mit der gamescom in Köln gebissen, die ich wohl auch besuchen werde.

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D&D 4 Encounter – Grabräuberironie

28. Februar 2009 at 23:11 (Dungeons & Dragons, Encounter, Rollenspiel) (, , , , , , , , )

Etwas spät, aber hier kommt wie versprochen noch das passende Encounter für den Bone Delver, natürlich testgespielt und von meiner Gruppe für gut befunden. Das Encounter diente mir als Aufhänger, um die Gruppe in den vergessenen Tempel des Thaxon zu schicken. Das gleichnamige Abenteuer von Moritz Mehlem aus der Abenteuer. #2 gefiel mir von der Grundidee (Spoiler: Tempel des Guten will böses Artefakt zerstören, aber es geht natürlich etwas schief und der Untod greift um sich) ziemlich gut, doch musste es noch an 4E angepasst werden, da die Voraussetzungen für interessante Kämpfe bei dem D&D1-Klon Labyrinth Lord doch etwas anders gelagert sind als bei D&D4. Doch das wäre wieder ein Thema für einen eigenen Eintrag…

Achja, bevor ich es vergesse: Kauft Abenteuer., entweder via LORP versandkostenfrei aus Deutschland oder direkt beim Herausgeber Harald Wagener im Blog des Fanzines. Das Fanzine ist Spitze, habe schon fünf oder sechs Spielabende mit den ersten beiden Ausgaben gestalten können!

Der vergessene Tempel des Thaxon
Major Quest – Level 3 – 150 XP für jeden SC

Kurz: Dorfbewohner schickt Spielercharaktere zum Friedhof eines Tempels, wo sein Bruder vor vielen Jahren als Grabräuber tätig war, bis seltsamer, schwarzer Nebel dessen Schicksal besiegelte. Es gilt den Bruder zu finden, die Ursache für den schwarzen Nebel auszumachen und den Tempel zu befrieden.

Detailiert: Ein betrunkener, älterer Dorfbewohner namens Back erzählt in einem abgewrackten Pfahldorf in einer sumpfigen Gegend die Geschichte, wie er damals mit seinem Bruder Farl und einigen Freunden am Tempel des Thaxon Gräber plündern wollte. Sie wollten sich etwas Geld nebenbei verdienen, da die Froschjagd zu der Zeit nicht gut lief. Als sie gerade in einer kleinen Gruft einige Bodenplatten zur Seite geräumt hatten, kam schwarzer Nebel aus dem Boden und erstickte seine Kameraden. Er selber konnte sich nur retten, weil er draußen Schmiere stand und bei den schrecklichen Schreien fürchterliche Angst bekam und weg lief. Aus dem nahe gelegenen Tempel hörte er auch Schreie und floh so schnell es ging in das Dorf zurück. Seitdem sind mehr als 30 Jahre vergangen und keiner aus dem Dorf hat sich seitdem zu dem Tempel getraut. Back ist von Schuldgefühlen zerfressen und sieht sich selbst als verflucht an, da seitdem in seinem Leben alles schief gelaufen ist. Wenn die Spielercharaktere einwilligen mal nach dem Rechten zu sehen, wird er sie sicher durch die sumpfige Gegend bis zu dem erstaunlich trockenen Bereich des Tempels und des vorgelagerten Friedhofs führen, den Bereich aber auf keinen Fall betreten. Vor dem Tempel sind viele Grabsteine und vereinzelte Abgänge zu kleinen Grüften. In der Nähe des Tempels steht die schwere Türe zu einer Gruft auf. Dies muss das Grab sein, in dem Farl damals sein Schicksal getroffen haben muss…

Encounter – Level 4 (876 XP)
1x Bone Delver
2x Corruption Corpse (MM 274)
2x Zombie Rotters (274)
1x Bloated Corpse (siehe unten)

Ort: keine natürliche Beleuchtung, Treppe führt runter (2 Felder breit, 6 Felder lang), Gruft 6×6 Felder, 5 Sarkophage (zwei jeweils an einer Wand; einer zentral an der Wand gegenüber von Treppe ), schwarzer Nebel zieht in unnatürlichen Bahnen über den Boden.

Positionierung: Der Bone Delver steht vor dem Sarkophag gegenüber der Treppe, die beiden Corruption Corpses jeweils auf einer Seite daneben. Der Bloated Corpse liegt etwa in der Mitte des Raumes, die Zombie Rotters in der Nähe.

Vorgehen: Die erste Handlung des Bone Delvers wird sein, mehr Zombie Rotters zu beschwören und diese gegen die Charaktere zu schicken. Die Corruption Corpses bleiben hinten stehen und schmeißen jede Runde auf den ihnen nächsten Charakter oder ein lohnenderes Ziel, solange der Bone Delver noch existiert und sie befehligen kann. Sollten mehrere Charaktere in den Raum gehen, wird ein Zombie Rotter über den Bloated Corpse stolpern und ihn auslösen. Wenn der Bone Delver bloodied wird, setzt er seine Eerie Lantern ein, auch wenn er damit mehrere seiner Untergebenen trifft.

Belohnung: Je nach dem, was das Treasure Parcel noch so hergibt…

Lose Enden: Auch wenn der Bruder gefunden und seine Existenz beendet wurde, bleibt die Frage offen, wie es auf eigentlich geheiligtem Grund zu so einer Frevelei kommen konnte. Der Tempel des Thaxon liegt direkt nebenan und der schwarze Nebel scheint dort dicker zu sein…

Als Vorlage für den Bloated Corpse diente mir die Doomspore (DMG 88). Allerdings ist diese Falle selbst nach der Errata kaum zu gebrauchen, weswegen ich sie mal mit dem Artikel über Fallendesign aus dem Dragon 366 im Hinterkopf neu gebaut habe.

D&D 4 - Trap - Bloated Corpse
Upgrade to Elite (300 XP)
Increase the burst to 5

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